Freitag, 26. März 2021

Österreich: Massiver Anstieg bei den Neuinfektionen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Österreich weiter massiv an und kratzen stark an der 4.000er-Marke. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden sind laut Gesundheits- und Innenministerium (Stand: Freitag, 9.30 Uhr) 3.895 Neuansteckungen registriert worden, die meisten mit 1022 in Wien. Damit sind die Zahlen wieder am Niveau von Anfang Dezember, wo es täglich rund 3800 Infektionen gab.

Zahl der Intensivbetten vor allem im Osten hoch.
Zahl der Intensivbetten vor allem im Osten hoch. - Foto: © HELMUT FOHRINGER
Auch die Zahl der Menschen in Spitalsbehandlung ist weiter auf einem hohen Level. Österreichweit mussten am Freitag 2151 Patienten in Krankenhäusern behandelt werden. Das sind um 83 mehr als noch tags zuvor und bedeutet ein Plus von vier Prozent. Besonders in Wien mit 648 Hospitalisierten und in Niederösterreich mit 456 Patienten ist die Belegung besonders hoch. In Wien sind innerhalb der letzten 24 Stunden 37 und in Niederösterreich sieben Neuaufnahmen verzeichnet worden.

Zugenommen hat auch die Zahl der Intensivpatienten. Derzeit müssen 463 Patienten intensivmedizinisch behandelt werden, 17 bzw. 3,8 Prozent mehr als noch am Donnerstag. Auch hier hat die Bundeshauptstadt die meisten Patienten zu stemmen. In Wien liegen 165 Menschen wegen Covid-19 auf einer Intensivstation.




Mittlerweile haben seit Beginn der Pandemie 9200 Menschen eine Corona-Infektion nicht überlebt. Seit Donnerstag wurden 22 weitere Todesopfer gemeldet. Pro 100.000 Einwohner sind bisher bereits 103,4 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Innerhalb der vergangenen Woche wurden 176 Todesfälle registriert.

In Österreich haben bisher 530.288 Menschen eine Corona-Infektion durchgemacht, 486.088 haben sich davon wieder erholt. Aktuell laborieren exakt 35.000 Menschen an SARS-CoV-2. In den vergangenen 24 Stunden sind 1.245 aktiv Erkrankte hinzugekommen. Somit kamen nach Berechnungen der vergangenen sieben Tag täglich durchschnittlich 600 aktiv Erkrankte hinzu. Wien lag mit über 1000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages wieder an der Spitze, in Niederösterreich kamen 834, in Oberösterreich 688, in der Steiermark 486, in Tirol 310, in Salzburg 191, in Kärnten 180, im Burgenland 121 und in Vorarlberg 63 Neuansteckungen hinzu.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg am Freitag somit von 245 auf 249,3. Dieser Wert ist vor allem im Osten recht hoch: In Wien lag die Inzidenz bei 317,9, in Niederösterreich bei 294,2 und im Burgenland bei 264,2. Zum Vergleich: In Vorarlberg lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 95,2, in Kärnten bei 186,5, in der Steiermark bei 196,2, in Oberösterreich bei 220,2, in Tirol bei 224,9 und in Salzburg allerdings auch schon bei 273,5.

Bisher wurden mehr als 1,4 Millionen Impfungen durchgeführt. 1.064.647 Menschen (zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung) wurden bisher geimpft, 375.787 (4,2 Prozent) sind bereits vollimmunsiert.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) appellierte angesichts des Anstiegs der Neuinfektionen an die Bevölkerung, auf Reisen zu Ostern zu verzichten, physische Treffen zu vermeiden und die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Am Gründonnerstag startet zudem in Ostösterreich die sechstägige „Osterruhe“. „Eine ungebremste Reisetätigkeit könnte zu jenem Infektionsschub führen, der in Spitälern von einer extremen Belastung zu einer Überlastung führen könnte. Daher braucht es jetzt Verantwortung von uns allen - wir alle müssen in den nächsten Wochen Teil der Lösung sein, um harte Triagen in Österreichs Spitälern weiterhin zu vermeiden.“ Die Intensivabteilungen der Wiener Spitäler seien bereits an der Grenze ihrer Kapazitäten, warnte Anschober.

Nicht nur in Österreich, auch in Europa, stiegen die Infektionszahlen stark an. Vor allem wird der Anteil der britischen Mutationsvariante an diesen steigenden Infektionszahlen immer größer - B.1.1.7. dominiert laut Gesundheitsministerium mittlerweile in ganz Österreich, in Ostösterreich liegt ihr Anteil je nach Region bereits bei 80 bis 95 Prozent. Diese Variante ist ansteckender, sie führt schneller zu schweren Erkrankungen und sie erhöht die Zahl jener Betroffenen, die so schwer erkranken, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen, drastisch.

apa