Montag, 17. August 2020

Österreich: Reisewarnung für Kroatien in Kraft

Um Mitternacht ist eine vom österreichischen Außenministerium verhängte Reisewarnung für Kroatien in Kraft getreten. Die Regierung hält sie zur Eindämmung der Weiterverbreitung des Coronavirus für erforderlich. Verschärfte Bestimmungen bei einer Einreise aus Risikoländern gelten auch an italienischen Grenzübergängen.

Am Sonntag bildeten sich lange Staus beim Warten an der Grenze zur Einreise nach Österreich.
Am Sonntag bildeten sich lange Staus beim Warten an der Grenze zur Einreise nach Österreich. - Foto: © APA (Archiv) / ERWIN SCHERIAU
Viele Österreicher beendeten ihren Kroatien-Urlaub aufgrund der Reisewarnung entweder vorzeitig oder bleiben länger im Süden. Am Montag hielt sich die Zahl der österreichischen Autofahrer, die über den Karawankentunnel auf der A11 nach Kärnten einreisten, in eng gesteckten Grenzen. Bis zum späten Vormittag wurden rund 65 Fälle von verhängter Quarantäne registriert. Die meisten Autofahrer stammten aus Deutschland.

Virus hauptsächlich von Urlaubern eingeschleppt

Zuletzt waren rund ein Drittel der insgesamt angestiegenen Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in Österreich auf einen Reisebezug zurückzuführen. Hauptsächlich hatten Kroatien-Urlauber das Virus eingeschleppt. Die Regierung kündigte daher am Wochenende grundsätzlich hinsichtlich der Heim- bzw. Durchreisenden aus den Risikogebieten, für die eine Reisewarnung gilt, verstärkte und verbesserte gesundheitsbehördliche Kontrollen an. Betroffen davon sind Grenzübergänge zu Italien, der Slowakei, Slowenien und Ungarn.

Einreisebestimmungen verschärft

Bei der Einreise nach Österreich ist ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorzulegen, welches einen negativen PCR-Test bestätigt, der nicht älter als 72 Stunden zurückliegen darf. Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssen Reisende innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen und sich bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Heimquarantäne begeben.

Auch bei Eintritt in das italienische Staatsgebiet nach einem Aufenthalt in Kroatien, Griechenland, Malta oder Spanien, besteht seit Donnerstag die Verpflichtung, einen negativen Molekular- oder Antigen-Test mittels Abstrich vorzuweisen.

Stau an den Grenzübergängen

Die Reisewarnung für Kroatien hatte viele Urlauber dazu veranlasst, noch am Sonntag die Rückreise nach Österreich anzutreten. Den Plan hatten allerdings auch viele deutsche Urlauber, die als Transit gelten, aber wegen des Endes der Ferien in einigen Bundesländern zurück wollten. So kam es, dass es schon an den Grenzübergängen von Kroatien nach Slowenien staute und dann in Folge auch besonders in Spielfeld bei der Einreise nach Österreich. Zeitweise war mit 3 Stunden Wartezeit zu rechnen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, bei Befragungen an der slowenisch-österreichischen Grenze müsse festgestellt werden, ob der Einreisende tatsächlich nur aus Slowenien komme oder doch aus Kroatien. In manchen Fälle könnten diese Befragungen auch sehr ins Detail gehen, kündigte der Gesundheitsminister an. Dabei könne in Einzelfällen „auch verlangt werden, dass man sehr präzisiert“. Da geht es Anschober zufolge beispielsweise darum, in welchem Ort der Betreffende war oder in welchem Hotel. „Aber Tatsache ist: Einen Lügendetektor können wir nicht an die Grenze stellen.“

Tausende zusätzliche Tests durch Reiserückkehrer

Anschober stellte auch klar, dass jene, die vor dem Inkraftreten der Reisewarnung für Kroatien in der Nacht auf Montag zurückgekehrt sind und sich einem freiwilligen Test unterziehen, nicht bis zum Vorliegen dieses Testergebnisses in Quarantäne bleiben müssen. Er appellierte aber, dass diese sich so verhalten, dass eine Ansteckung anderer Menschen so gut wie ausgeschlossen ist. Durch die Reiserückkehrer aus Kroatien gehe er von Tausenden zusätzlichen Tests aus.

apa