Donnerstag, 12. November 2020

Österreich startet Dunkelzifferstudie

Ab Donnerstag werden erneut 2500 zufällig ausgewählte Österreicher für eine Studie im Zusammenhang mit dem Coronavirus getestet. Die Untersuchung soll wieder herausfinden, wie hoch die Dunkelziffer im Land ist. Unterdessen hat der Hauptausschuss des Nationalrats am Mittwochabend einer Verlängerung der Corona-Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr um weitere 10 Tage und damit bis 22. November zugestimmt.

Die Dunkelziffer soll ein wenig erhellt werden.
Die Dunkelziffer soll ein wenig erhellt werden. - Foto: © APA (Symbolbild) / EXPA/JOHANN GRODER
Die Verlängerung war notwendig, weil laut Covid-19-Maßnahmengesetz Ausgangsbeschränkungen wie das Verlassen des privaten Wohnbereichs jeweils nur für 10 Tage in Kraft sein können, danach ist erneut Einvernehmen mit dem Hauptausschuss herzustellen. Da der rasante Anstieg der Zahl an Neuinfektionen in Österreich durch die Anfang November gesetzten Maßnahmen bisher nicht gebremst werden konnte, sei die Verlängerung notwendig, erklärte Gesundheitsminister Anschober. Sie wurde mit den Stimmen der ÖVP, Grünen und SPÖ beschlossen.

In einer weiteren Testreihe der Coronavirus-Studie wird die Bevölkerung von Ischgl auf Antikörper getestet. Im April hatten 42,4 Prozent Antikörper aufgewiesen. Nun stellt sich die Frage, wie hoch dieser Anteil nach 6 Monaten ist.

Ergebnisse werden im Dezember vorgestellt

Durchgeführt wird die dreitägige Dunkelzifferstudie von der Statistik Austria. Die Testteilnehmer ab einem Alter von 16 Jahren wurden in einem wissenschaftlichen Verfahren per Zufall aus dem Zentralen Melderegister ausgewählt.

Diese haben vom 12. bis 14. November die Möglichkeit, an dem mehrteiligen SARS-CoV-2-Test teilzunehmen. Dabei wird ein PCR-Abstrich, ein Antikörper-Schnelltest sowie eine Blutentnahme zur Antikörpertestung im Labor durchgeführt. Den Auftrag zu den Tests gab das Wissenschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) sowie der MedUni Wien, die das Probenmaterial untersucht.

Um eine sichere Probenabnahme zu gewährleisten, wurden österreichweit für die Studie 53 Teststationen bereitgestellt. Zusätzlich wird der Zustrom der Testpersonen durch die Vergabe von Zeitfenstern reguliert. Die Teilnehmenden werden persönlich über ihr Testergebnis informiert. Relevante Gesamtergebnisse werden der Öffentlichkeit im Dezember vorgestellt.

Der ersten Dunkelziffern-Studie zufolge waren Anfang April in Österreich zwischen 10.200 und 67.400 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Der wahrscheinlichste Wert lag bei 28.500 Infizierten, was 0,33 Prozent der Bevölkerung entspricht. Im Mai lag der höchste Wert bei 10.823 Infizierten, was lediglich rund 0,15 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren ausmachte.

In Ischgl waren im April rund 80 Prozent der Bevölkerung auf Antikörper getestet worden, nun werden die Ischgler abermals auf ihre Immunantwort getestet. Dieses Mal werden nicht nur Antikörper, sondern bei einigen Probanden auch die zellulare Immunabwehr durch sogenannte T-Zellen analysiert.

apa