Diese Frage ist der Knackpunkt in der Diskussion um die neue Bleibe für Südtirols bedeutendstes „Exponat“. <BR /><BR />Keine Grundsatzentscheidung, aber zumindest der Entschluss, den Sieger-Standort im Zentrum auf Herz und Nieren zu prüfen: Das ist das Ergebnis der gestrigen Debatte um das neue Ötzi-Museum, die in der Landesregierung stattfand. Zwar bekennt sich die Politik damit nicht zum Zentrum als bestem Standort, aber das Ex-Enel-Gelände in der Dantestraße wird ernsthaft in Erwägung gezogen. <BR /><BR />Dass sich die Landesregierung so lange Zeit gelassen hat, um über die Ötzi-Frage zu befinden, hat viel Kritik hervorgerufen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die heutige Sitzung. Die Landeregierung hat sich jedoch nicht dazu durchgerungen, das Zentrum als besten Standort für das künftige Archäologiemuseum zu deklarieren und damit dem Wunsch der Gemeinde Bozen, Ötzi in der Altstadt zu halten, zu entsprechen. Jedoch, so betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher gestern, sei die Landeregierung gewillt, den Siegerstandort der Sinloc-Studie genau zu prüfen. <BR /><BR />„Wir haben an die Abteilungen Vermögen und Hochbau den Auftrag erteilt, einen genauen Zeitplan und eine Prüfung der Kosten sowie der Finanzierungsmöglichkeiten für ein Ötzi-Museum am ehemaligen Enel-Gelände zu erstellen“, kündigt Kompatscher an. Bekanntlich wurde das Gelände in der Dantestraße im Rahmen der Sinloc-Studie als bester, neuer Standort ausgewählt. Es sei zu klären, wie das Land Südtirol das Museum in Eigenregie verwirklichen könnte und welches Entwicklungspotential das Gelände darüber hinaus habe. Denn der Siegerstandort ermögliche den Erhalt der dort bereits vorhandenen Jugendstilvilla und den Bau eines neuen, großen Volumens über einen Architekturwettbewerb. <BR /><BR />Vorgesehen ist zudem, zu prüfen, wie auf dem benachbarten Gelände (dem Gefängnisareal) eventuell das Naturkundemuseum untergebracht werden könnte. Insgesamt soll das derart entwickelte neue Viertel eine Bereicherung und Aufwertung für die Stadt darstellen, wünscht sich Kompatscher und erinnert daran, dass auch die Quästur in Zukunft in das Bahnhofgelände aussiedeln werde. <BR /><BR />Doch wie soll das millionenschwere Vorhaben finanziert werden? „Wir prüfen, ob eine haushaltsunabhängige Finanzierung durch Verwertung des Landesvermögens möglich ist“, sagt der Landeshauptmann dazu. Innerhalb von einigen Monaten wolle die Landesregierung auf diese Art und Weise über eine Entscheidungsgrundlage verfügen. <BR /><BR />Vor allem um abwägen zu können, ob ein Bau in Eigenregie oder ein PPP-Projekt (ein solches wurde bereits von der Signa Holding eingereicht) sinnvoller ist. Kompatscher spricht den Vorschlag der Signa, den Eismann in ein neues Museum auf den Virgl zu verlegen, an. Dieser wird derzeit von der vom Land eingesetzten Dienststellenkonferenz geprüft. Letztendlich soll festgestellt werden, ob das PPP-Projekt überhaupt von öffentlichem Interesse ist. „Die Analyse des Enel-Standortes wird eine Alternative zum PPP-Projekt darstellen, um dann eine Entscheidung im Interesse Südtirols treffen zu können“, verspricht Kompatscher.