Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Leifers, Patrick Thaler, über die schwierigen Bedingungen in Sizilien. <BR /><BR />Am Sonntagmorgen um 10 Uhr hat Thaler das Hilfegesuch erhalten, am selben Abend um 22 Uhr ist der Pick up mit Waldbrandeinheit samt 3 Feuerwehrmännern der Einheit St. Jakob-Grutzen nach Sizilien aufgebrochen. „Die Männer haben nicht lange überlegt und alles stehen und liegen gelassen. Vor einigen Tagen wurden sie dann von mir, von Davide Lissoni und Thomas Zampieri abgelöst“, berichtet Thaler, der Kommandant der Leiferer Wehr. Am heutigen Donnerstag steht ein weiterer Wechsel an, und dieser ist auch notwendig, denn die Hilfsaktion in Sizilien ist hart – sowohl körperlich als auch emotional. <BR /><BR />„Es ist frustrierend, wenn man an einem Tag mehrere Brände in einer Zone löscht und am nächsten Tag schon wieder neue aufflammen, ganz einfach, weil sie gelegt werden“, erzählt Thaler von seinen Erfahrungen in einem Dorf nahe Messina. Ob es sich wirklich um Brandstiftung handelt, könne letztendlich niemand sagen, „doch im Dorf gehen die Menschen dav<?O_Tiefgestellt><?_O_Tiefgestellt>on aus.“ Die Feuerwehr selbst untersucht die Brände gar nicht mehr näher. „Man weiß eh, dass man eigentlich keine Chance hat“, umschreibt Thaler die Situation. „Doch solange wir hier sind, ist die Situation unter Kontrolle“, zeigt er sich zufrieden. <BR /><BR />Der Dienst der Wehrmänner beginnt täglich um 8 Uhr und endet gegen 20 Uhr. Bei Temperaturen, die mittlerweile über 40 Grad liegen, wird nach Rauchschwaden Aussicht gehalten. „Die Schwierigkeit ist, dass das Gelände oft unwegsam ist und man den Brandherd gar nicht so leicht erreicht“, schildert Thaler. Wenn die Männer dann mit ihrem Pick up bis zum Ort des Geschehens vorgedrungen sind, gilt es, die Schäden zu minimieren. „Wasser ist knapp und somit lassen wir die schon in Flammen stehende Fläche meist ausbrennen. Wir beschränken uns darauf, alles zu tun, dass sich der Brand nicht weiter ausbreiten kann.“<BR /><BR />Was es bedeutet, in Sizilien Brände zu löschen, haben die Wehrmänner nun am eigenen Leib erfahren: Von Südtiroler Verhältnissen ist man in Süditalien weit entfernt. „Zwar sind die Wehrmänner relativ gut ausgerüstet, aber die Organisation ist mit unserer nicht zu vergleichen“, zieht Thaler Bilanz. Auch die wichtigste Waffe im Kampf gegen das Feuer ist in Sizilien rar: das Wasser. „Es ist für uns eigentlich unvorstellbar, dass man hier 30 oder 40 Kilometer zurücklegen muss, um Wasser zu holen“, berichtet Thaler über die Schwierigkeiten bei den Einsätzen. Selbst die Tanks privater Höfe würden zur Not angezapft: „Denn die Privaten sind dazu verpflichtet, uns Wasser zu geben, wenn es notwendig ist.“<BR /><BR />Warum Süditalien brennt, kann vor Ort kaum jemand erklären: „Wenn man genauer nachfragt, dann gibt es eigentlich keine Erklärung für die Brandstiftung. Denn als Weideflächen dürfen die verbrannten Stellen jahrelang nicht verwendet werden“, berichtet der Feuerwehrkommandant. Und auch die Bautätigkeit auf den verkohlten Feldern sei längerfristig untersagt. Trotzdem sei die Häufung dieser kleinen Brände nicht „normal“, auch wenn Witterung und Temperaturen ein Ausbreiten begünstigen. <BR /><BR />Trotz aller Mühe und allem Frust nehmen die Leiferer Wehrmänner jedoch etwas mit aus dem Land der Zitronen: „Viel praktische Erfahrung“ und die Gewissheit, auch in schwierigen Situationen zurecht zu kommen. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr werden die freiwilligen Helfer aus Leifers noch bis zum 18. August dafür sorgen, dass die Zone um Messina nicht zum Flammenmeer wird.