Freitag, 03. Dezember 2021

Ohne Kontrolle bringen die besten Regeln nichts

Am kommenden Montag führt Italien den Super Green Pass ein. Damit ist künftig auch in Südtirol 2G die Voraussetzung für den Zutritt in Gastronomie und Kulturstätten. Die Landesregierung hofft darauf, mit den neuen Regeln die Coronalage im Land zu entschärfen. Damit das klappt, muss aber auch strenger kontrolliert werden. Die Verantwortung obliegt dabei nicht nur den Behörden. Ein Kommentar.

Ab Montag kommt in ganz Italien der Super Green Pass zum Einsatz.
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Ab Montag kommt in ganz Italien der Super Green Pass zum Einsatz. - Foto: © ANSA / Matteo Bazzi / bt
Italien will Geimpften und Genesenen mehr Freiheiten geben: Mit dem Super Green Pass erhalten sie Zutritt zu Bars und Restaurants, Kinos, Theatern, Diskotheken sowie Fitnessstudios. Ungeimpfte müssen draußen bleiben.

Diese 2G-Regelung gilt ab Montag auch in Südtirol. Und man ist sich sicher, dass alle Bereiche zu kontrollieren sind. „Besonderes Augenmerk ist bei Kontrollen auf Pubs mit lauter Musik zu richten, zu der sich die Gäste bewegen“, hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf einer Pressekonferenz am Dienstag angekündigt.

Dass in Südtirol in der Vergangenheit mancherorts „zu sportlich“ mit den Coronaregeln umgegangen wurde, hatte der Landeshauptmann bereits vor rund 3 Wochen angemahnt: „Was nützen schärfere Maßnahmen, etwa eine 2G-Regel, wenn sie nicht kontrolliert werden?“

Schon damals war man sich in der Landesregierung einig: Wir kommen nur gut durch den Winter, wenn man sich an die geltenden Regeln hält, den Green Pass kontrolliert und vor allem: sich impfen lässt.

Damit der Super Green Pass eine Entschärfung der Coronalage in Südtirol bringen kann, müssen nun also die Kontrollen verschärft werden. Das wird für die Behörden in unserem Land eine Mammutaufgabe – die man aber bewältigen kann und muss.



Das haben Länder wie Österreich bereits vorgemacht. Dort wurde Mitte November angesichts horrender Infektionszahlen die 2G-Regel eingeführt – zusammen mit strikten Kontrollen. Um den Lockdown als letzten Ausweg ist Österreich dennoch nicht herum gekommen. Die Verschärfung der Regeln kam zu spät.

Für Südtirol ist es aber noch nicht zu spät. Die Verantwortung dafür, dass es nicht zum Äußersten kommt und Corona uns erneut in einen Lockdown zwingt, liegt aber nicht nur bei den Behörden, die die Regeleinhaltung kontrollieren – sondern bei uns allen.

Kontrollen braucht es, weil es immer auch jene gibt, die nach Wegen suchen, um die Regeln zu umgehen – und diese auch finden. Dass das in Hinblick auf die Coronaregeln in Südtirol noch zu viele sind, zeigen die täglichen Zahlen der Neuinfizierten.

Ohne Kontrolle bringen die besten Regeln nichts. Am meisten bringen die Regeln aber, wenn es eine große Bereitschaft in der Bevölkerung gibt, sich an diese zu halten. Diese Bereitschaft zeigen unzählige Südtiroler seit nun fast 2 Jahren – doch bei einigen gibt es noch deutlich Luft nach oben.

Das Rezept ist klar: geltende Regeln einhalten, den Green Pass kontrollieren und vor allem: sich impfen lassen – dann kommen wir gut durch den Winter.

pho