Als Sportereignis mit schmalem Budget und „nachhaltigen“ Projekten waren die Winterspiele im Februar 2026 an den Start gegangen. Inzwischen explodieren die Kosten – und trotzdem stehen mehrere zentrale Projekte auf der Kippe. <BR /><BR />Aufatmen können die Organisatoren der Winterspiele Mailand-Cortina 2026 zumindest in Sachen Antholz. Dort wird nach einem gerichtlichen Stopp wegen eines Rekurses zumindest wieder an den Biathlon-Anlagen gebaut. Allerdings ist der Preis fürs Südtiroler oylmpische Dabeisein enorm. Als Antholz den Zuschlag erhielt, wurde versichert, dass die Biathlon-Hochburg unterm Hochgall bereits „olympiatauglich“ sei, es wären keine größeren Investitionen erforderlich. Inzwischen spricht sogar die Gemeinde selbst von <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/olympische-winterspiele-2026-so-teuer-wird-es-fuer-suedtirol" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Kosten von bis zu 40 Millionen Euro</a> – zum Großteil finanziert mit Steuergeldern. <BR /><BR />Immerhin ist Antholz damit – zeitlich gesehen – mehr als gut im Rennen. Was von Cortina nicht behauptet werden kann. Dort ist das Projekt für die neue Bob-, Rodel- und Skeletonbahn („Sliding Center“) auf einer gefährlichen Rutschpartie, die alles ins Schleudern bringen könnte. Am Montag (31. Juli) teilte die Gesellschaft für den Bau der Infrastrukturen (Simico) mit, dass die Ausschreibung ins Leere ging und kein Unternehmen daran interessiert ist, die nagelneue Eisbahn in den Hang bei Cortina zu betonieren. <h3> Auch Projekte in Predazzo und Mailand wackeln</h3>Und das obwohl die Arbeiten zu einem Preis ausgeschrieben wurden, der satte 260 Prozent über dem ursprünglich geplanten Betrag liegt: Im Jänner 2019 war von 47 Millionen Euro die Rede, inzwischen werden 124 Millionen Euro veranschlagt. Nun muss die Simico erst ein Unternehmen finden, das auf die Schnelle loslegen kann – und sich die gebotene Eile sicher gut bezahlen lässt. <BR /><BR />Aber der Countdown läuft und die Zeit wird knapp. Denn die Eisbahn in Cortina sollte spätestens innerhalb November 2024 betriebsfertig sein, denn in 16 Monaten müssen die ersten Testläufe durchgeführt werden. Kein Wunder also, dass die Olympia-Organisatoren inzwischen nach Nordtirol schielen, das ihnen aus der Patsche helfen könnte. Die bewährte Eisbahn in Igls wurde bereits als kostengünstige und ressourcenschonende Alternative für den Neubau in Cortina ins Auge gefasst, dann aber dankend beiseite geschoben. Ist sie inzwischen doch wieder gut genug? Eine andere Option ist der legendäre Eiskanal in St. Moritz in der Schweiz, das für die Ampezzaner die Wettbewerbe übernehmen könnte. <BR /><BR />Ähnlich düster wie in Cortina sieht es auch in Mailand aus, wo die Eislauf-Wettbewerbe über die Bühne gehen sollen. Während für die PalaGhiaccio in Santa Giulia immerhin die Bauarbeiten gestartet sind, aber das Fertigstellungsdatum gewaltig wackelt, hat die Palasharp bereits die weiße Flagge gehisst und das Programm an die Fiera di Rho weitergegeben. Eine Zitterpartie sind auch die Sprungschanzen in Predazzo im Fleimstal, die weitab vom Zeitplan unterwegs sind. <BR /><BR />Auf Hilfe aus dem Ausland könnten die italienischen Winterspiele auch an anderer Stelle angewiesen sein. Das olympische Komitee CONI will das Antidoping-Labor in Rom ansiedeln, aber auch diese Lösung wird immer unwahrscheinlich. Es ist gut möglich, dass hier das – nicht zuletzt durch den Fall Alex Schwazer bekannte – Labor in Köln einspringen muss. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />