Die Verdächtigen, die laut Ermittlungen einer Drogendealer-Bande angehören sollen, hatten bereits die direkte und indirekte Kontrolle über einige Austragungsorte in Cortina d'Ampezzo übernommen.<BR />Die Haftbefehle wurden von der Staatsanwaltschaft Venedig auf Antrag der Anti-Mafia-Behörde DDA ausgestellt und in Rom, Cortina d'Ampezzo sowie Belluno vollstreckt. Den Festgenommenen wird Erpressung unter Anwendung mafiöser Methoden vorgeworfen - ein strafverschärfender Umstand.<BR /><BR />Zwei der im Rahmen der sogenannten „Reset“-Razzia festgenommenen Personen sind die römischen Brüder Leopoldo und Alvise Cobianchi. Laut dem Haftbefehl des Ermittlungsrichters in Venedig gehörten die beiden zur Ultras-Gruppe der Lazio-Fans „Irriducibili“, die einst von Fabrizio Piscitelli angeführt wurde - einem bekannten kriminellen Hooligan, der im August 2019 in Rom ermordet wurde.<BR /><BR />Die beiden Brüder hielten sich schon längere Zeit in Cortina d'Ampezzo auf und verfolgten eine kriminelle Strategie, indem sie sich als „Bosse“ der „römischen Unterwelt“ darstellten. Ihr Ziel war es auch, an den im Zusammenhang mit Mailand-Cortina 2026 geplanten privaten Veranstaltungen teilzunehmen sowie zu versuchen, sich in die Vergabe der Aufträge für die Arbeiten rund um das Event 2026 einzuschleusen.<h3> Veranstalter in den Wald verschleppt und mit Pistole bedroht</h3>Zu den vorgeworfenen Taten gehören unter anderem Morddrohungen gegen einen drogenabhängigen Schuldner, der in den Kofferraum eines Autos gesperrt wurde, sowie Prügeleien gegen Angestellte eines Restaurants und eines Hotels, weil diese als „nicht autorisierte“ Drogendealer galten. Außerdem gab es Morddrohungen gegen den Inhaber einer Berghütte in Cortina, die als Restaurant und Diskothek genutzt wird. Die beiden Brüder wollten damit eigene Dienste und Veranstaltungen durchsetzen. Des Weiteren wurde ein Veranstalter eines anderen Lokals im tiefsten Winter in einen Wald verschleppt, verprügelt und mit einer Pistole bedroht, um ihn dazu zu bringen, alle Aktivitäten einzustellen, die nicht von den beiden Brüdern genehmigt waren, berichteten die Ermittler.<BR /><BR />Ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen ist ein versuchter Erpressungsversuch seitens der Festgenommenen gegen ein Mitglied des Gemeinderats von Cortina. Die Beschuldigten hatten sich bereits vor den Kommunalwahlen 2022 als „Unternehmer“ und einflussreiche Personen vorgestellt und dem Politiker ihre Unterstützung angeboten. Im Gegenzug verlangten sie Aufträge für die Vorbereitungsarbeiten zu den Olympischen Winterspielen.<h3> „Ansehen Cortinas bewahren“</h3>Tourismusministerin Daniela Santanché lobte die Arbeit der Ermittler. „Mein aufrichtiger Dank und Lob gilt den Carabinieri für die Operation 'Reset' in Cortina d'Ampezzo. Diese Aktion, die eine kriminelle Gruppe zerschlagen hat, die in einem der beliebtesten Orte Italiens aktiv war, stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die Kriminalität dar und zeigt das beständige Engagement der Sicherheitskräfte, die Sicherheit der Bürger und Touristen zu gewährleisten. Die Arbeit der Carabinieri ist nicht nur eine Garantie für Recht und Ordnung, sondern trägt auch dazu bei, das Ansehen Cortinas - auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele - als sicheren und einladenden Ort zu bewahren.“