Diese – die Psychiaterin Dr. Anna Palleschi – steht am Standpunkt, dass Omer Cims Eifersucht keinen Einfluss auf seine Einsichts- und Willensfähigkeit gehabt habe. Am 15. April wird sie dem Bozner Schwurgericht (Vorsitzender Richter Stefan Tappeiner, Beisitzerin Richterin Giulia Rossi) ihre Einschätzung erläutern. Mit dabei sein werden auch wieder die Gutachter der Verteidigung – der Psychiater Dr. Heinz Prast sowie die Psychologen Stefano Zago und Tommaso Caravelli. <BR /><BR />Sie erklärten gestern, bei Omer Cim u.a. einen Verfolgungs- und Eifersuchtswahn festgestellt zu haben. Auch leide er – was den Tathergang angehe – nach wie vor an Amnesie, er simuliere diese nicht. Wie berichtet, wird Cim vorgeworfen, Celine Frei Matzohl am 12. August 2023 in seiner Wohnung in Schlanders ermordet zu haben.<h3> Vorfall aus dem Gefängnis soll Theorie bestätigen</h3> Dr. Prast zufolge raste Cim aus, wenn er sich in wahnhafter Eifersucht etwas einbilde oder glaube, dass man ihn hereinlegen wolle. Von einer Situation, die möglicherweise in dieses Bild passen könnte, berichtete der Kommandant der Vollzugsbeamten im Bozner Gefängnis, Alfonso Pilato. Als im April 2024 die Krätze grassierte, habe man Cims Einzelzelle zur Isolation eines Erkrankten genutzt. Cim habe dem für eine Woche zugestimmt. <BR /><BR />Als man ihm sagte, dass die Zelle länger gebraucht werde, habe er zu wüten begonnen. Pilato selbst habe versucht, Cim zu beruhigen, sei aber nicht zu ihm durchgedrungen. 3 Tage später habe Cim sich bei dem Kommandanten für sein Benehmen entschuldigt und erwähnt, er erinnere sich, dass ihm jemand während des Vorfalls gut zugeredet habe – offenbar habe Cim aber nicht mehr gewusst, dass diese Person Pilato selbst war. Die Verteidigerinnen Claudia Benedetti und Alessandra D’Ignazio glauben, dass Cim beim Mord einen ähnlichen „Aussetzer“ hatte.