Mittwoch, 08. Dezember 2021

Omikron-Variante drückt Reiselust - Italien besorgt

Die Omikron-Variante macht Italien vor der Weihnachtszeit zu schaffen. Die Zahl der Stornierungen von für die Weihnachtsfeiertage gebuchte Reisen und die Absagen von Touristenbesuchen in Hotels, Museen und Ausstellungen nimmt zu.

Stornierungen bereiten italienischen Touristikern Sorge.
Stornierungen bereiten italienischen Touristikern Sorge. - Foto: © shutterstock
Für die Weihnachtsfeiertage wird in Rom mit einem Rückgang der Hotelankünfte um 70 Prozent im Vergleich zu 2019 gerechnet, während die Nachfrage nach Reiseleitern bereits um 80 Prozent im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie gesunken ist.

„Im Moment sind in Rom nur 350 von 1200 Hotels geöffnet, viele Reservierungen werden storniert. Von österreichischen, deutschen und französischen Touristen ist nach den von ihren Regierungen verhängten Sperren keine Spur mehr“, beklagte der Präsident des römischen Hotelierverbands, Giuseppe Roscioli laut der Tageszeitung „Corriere della Sera“. Seit Montag gilt eine 3G-Pflicht für Hotelbesuche in Italien. Für Restaurants, Kinos und andere Lokale wurde eine 2G-Pflicht eingeführt.

Die Absagewelle ist eine kalte Dusche für Italiens Tourismus, der im Oktober und November einen Neustart erlebt hatte. „Unter den ausländischen Touristen, die vor der Pandemie zwei Drittel der Ankünfte ausmachten, sind Chinesen, Japaner und Koreaner, aber auch Russen und Araber verschwunden“, beklagte Roscioli. Während die 4 Flüge, die den Flughafen Rom Fiumicino mit den Vereinigten Staaten verbinden, immer noch voll sind, seien Touristen aus Südamerika komplett ausgefallen.

Von der neuen Welle von Gesundheitswarnungen und Notfällen sind auch die Fremdenführer betroffen, 2500 Personen allein in Rom. „Im November habe ich nur eine einzige Führung gehabt“, sagt Isabella Ruggiero, Präsidentin des Verbands der Fremdenführer Agtar. „Die Leute haben Angst, ihr Geld zu verlieren, wenn sie im Voraus buchen, und es ist schwierig, Pläne zu machen“, sagte Ruggiero.

Sorge um Buchungen im Wintertourismus

Angesichts der steigenden Infektionszahlen in Italien und im benachbarten Ausland bangen auch die Hoteliers in norditalienischen Bergortschaften um die Wintersaison. Sie beklagen Rückgänge bei der Zahl der Buchungen für die Weihnachtszeit. Die Pandemie bremst auch die Ankunft von Saisonarbeitern aus dem Ausland, die der Wintertourismus dringend benötigt.

Der italienische Wintertourismus beobachtet die Epidemie-Lage besorgt. Ein drittes Jahr mit finanziellen Verlusten infolge der Pandemie wäre schwer zu verkraften. Daher hat Italien ein strenges Sicherheitskonzept für die Skigebiete entworfen. 12,4 Millionen Wintertouristen blieben italienweit in der Saison 2020/21 aus. Die milliardenschweren Verluste wurden nur zum Teil durch Entschädigungen der Regierung in Rom kompensiert.

apa