Von <b>Mauro Stoffella</b><BR /><BR />Wir sind so weit: Visa drückt ChatGPT den Geldbeutel in die Hand. Das Unternehmen – neben Mastercard weltweit eine der beiden großen Firmen für Zahlungskarten – hat sein Zahlungsnetzwerk in ChatGPT integriert und erlaubt KI-Agenten damit, online eigenständig bei nahezu jedem Visa-Händler einzukaufen und zu bezahlen.Das heißt: Nutzer verknüpfen ihre Karte, der KI-gestützte Chatbot des US-amerikanischen Unternehmens OpenAI steuert die Agententechnik bei – und Visa die Autorisierung und Betrugsüberwachung. Aber keine Sorge: Ausgabenlimits und Freigabeschritte sollen Fehlkäufe und Betrug ausbremsen.<h3> Wenige „Vielretournierer“ verursachen massiv CO2</h3>Ob damit noch mehr Rücksendungen an Waren verursacht werden? Aktuell sind (nur) 15 Prozent der Konsumenten für fast 60 Prozent der retourenbedingten CO2 -Emissionen verantwortlich, so eine Studie der Freien Universität Brüssel. Diese „Vielretournierer“ kaufen nicht häufiger ein als andere, behandeln Rücksendungen aber als aufgeschobene Entscheidung: Sie bestellen impulsiv mehrere Optionen und wählen erst zu Hause. Wenn Retouren kostenlos und simpel durchzuführen sind, ist die Wahrscheinlichkeit dieses Verhaltens verdreifacht.<h3> Neuer Trend: „Dopamin-Kick“ auch ohne Kaufabschluss</h3>Krass, aber Realität: Dass beim Online-Shopping Geld ausgegeben wird, kann den Spaß daran verderben. Daher sollen die Glückshormone beim Shoppen auch aktiviert werden, ohne dass die Kreditkarte gezückt werden muss. Zumindest vorerst in Südkorea. Dort sind sog. „Dopamin-Seiten“, die das Online-Shopping simulieren, der neueste Trend. Nutzer stöbern durch Fake-Sortimente, lesen Fake-Bewertungen, füllen ihren Fake-Warenkorb, zahlen kein Geld und können dann online dem Fake-Kurier folgen, der aber nie klingeln wird.<h3> Wenn das „Ratschen“ mit ChatGPT müde macht</h3>Prominentes Beispiel ist die App „FoodNeverComes“ des südkoreanischen Entwicklers „Malhee“, entstanden aus nächtlichem, gedankenverlorenem Wischen durch Lieferapps, ohne wirklich Hunger zu haben. Auf der Plattform können Nutzer Lebensmittel in den Warenkorb legen und sogar einen virtuellen Lieferanten verfolgen, ohne jemals echtes Geld auszugeben oder Essen zu erhalten. Die Annahme ist: Den Dopaminkick des Online-Shoppens gibt„s auch ohne Kaufabschluss. Das kann aber auch schnell ermüden. So wie bei KI. <BR /><BR />Laut einer Studie von Wordpress setzt nach durchschnittlich 40 Minuten Interaktion mit KI bei Konsumenten „Chatbot-Müdigkeit“ ein. Weiters: Drei Viertel der Befragten empfinden das Internet als weniger menschlich als vor zehn Jahren. Zwei Drittel stören sich daran, wenn Marken KI bei ihrer Werbung verwenden; 86 Prozent misstrauen KI-generierten Inhalten generell. Gefragt ist KI als Entdeckungsebene für die Suche, nicht als Ersatz für menschlichen Kundendienst und echte Quellen. <h3> Aber geht wirklich alles nur mehr online beim Shoppen?</h3> Eine Studie des beliebten Messaging-Dienstes Snapchat sieht das etwas anders: Mehr als die Hälfte der Gen Z, oft als „Online-Generation“ bezeichnet, zieht in Wirklichkeit den Ladenbesuch dem Online-Kauf vor. Sie suchen Erlebnis und gemeinsame Momente statt bloßen Besitz. 83 Prozent schicken Produktfotos vorab an Freunde, 75 Prozent wollen Ware „real sehen und anfassen“ und 59 Prozent shoppen manchmal nur, um Zeit mit Freunden zu verbringen. Und: 61 Prozent sagen, sie wären für Wunsch-Artikel bereit, über 15 Minuten in der Schlange zu warten.