Die Gründe für diesen Sinneswandel vonseiten der Unternehmen sind hauptsächlich ökonomischer Natur. Die Bearbeitung von Rücksendungen ist für Unternehmen zeit- und personalintensiv und sie verursacht Kosten. Aufgrund der seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine massiv angestiegenen Energiekosten müssen auch die Unternehmen den Sparstift ansetzen. Zudem wird es immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden. Darum ist laut einer Aussendung des europäischen Verbraucherzentrums davon auszugehen, dass weitere Unternehmen dem Beispiel folgen und auf kostenlose Rücksendungen verzichten werden. <BR /><BR />Für die Verbraucher stellt dieser Strategiewechsel im elektronischen Handel zweifelsohne einen Nachteil dar. Gleichzeitig kann der Umschwung Experten zufolge jedoch auch eine gute Gelegenheit sein, das eigene Kaufverhalten im Internet zu überdenken und bewusster zu kaufen – der Brieftasche und der Umwelt zuliebe.<BR /><BR /><b>Was bedeutet „bewusster“ kaufen?<BR /></b><BR />Bewusster kaufen bedeutet, sich zunächst zu überlegen, ob man das Produkt überhaupt braucht. Da bei einem Onlinekauf anders als im Geschäft keine persönliche Beratung erfolgt, ist es wichtig, die Produktbeschreibung vor der Bestellung genau durchzulesen und bei Unklarheiten nachzufragen.<BR /><BR />Nach einem Onlinekauf bietet das Gesetz den Verbrauchern die Möglichkeit, vom Kauf innerhalb von 14 Tagen nach dem Erhalt der Ware ohne Angabe von Gründen zurückzutreten. Die Unternehmen können jedoch in den Geschäftsbedingungen vorsehen, dass die Kosten der Rücksendung von den Verbrauchern selbst zu tragen sind. Ein Überprüfen der Geschäftsbedingungen vor dem Kauf ist deshalb auf jeden Fall angeraten. <BR /><BR />Ein weiterer Faktor, der in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen werden sollte, ist der ökologisch. Jede Ausübung vom Rücktrittsrecht stellt eine erhebliche Umweltbelastung dar – zum einen durch die Transportwege der Kuriere, zum anderen werden die retournierten Waren (insbesondere Kleidung) oft – trotz einwandfreier Qualität - nicht wiederverkauft, sondern vernichtet. Die Umweltauswirkungen in der gesamten Produktions-, Vertriebs- und Entsorgungskette, die durch den so genannten „Fast Fashion“-Trend hervorgerufen werden, sind massiv – so das Europäische Verbraucherzentrum in ihrer Aussendung.<BR /><BR />„Die derzeitige Situation ist für die Verbraucher sicherlich schwierig“, schließt Stefano Albertini, Koordinator des Bozner Büros des Europäischen Verbraucherzentrums , „aber die neuen Markttrends sollten auch als Chance genutzt werden, um zu umsichtigeren und nachhaltigeren Konsumentscheidungen zu gelangen.“<BR /><BR /><b>Hilfe im Ernstfall <BR /></b><BR />Ist bei Ihrem Online-Kauf etwas schiefgegangen, können Sie sich kostenlos an das Europäische Verbraucherzentrum in Bozen wenden: E-Mail: info@euroconsumatori.org, Tel. 0471 980939. <BR /><BR />Es besteht auch die Möglichkeit eines Schlichtungsverfahrens mit der von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) eingerichteten Schlichtungsstelle www.onlineschlichter.it. <BR /><BR />