Entsprechend wird ein OP-Roboter im Bozner Spital „seit Jahren dringend erwartet“, wie Primar Prof. Dr. Armin Pycha sagt. Durch einen Beschluss im Rahmen des Nachtragshaushaltes im Landtag könnte man der Zukunft einen Schritt näher gekommen sein. <BR /><BR />Eines stellt Prof. Dr. Pycha gleich klar: „Es operiert immer ein Mensch, kein Roboter. Die Bewegungen führt der Chirurg aus. Allerdings nicht mehr am Tisch, sondern an einer Konsole über eine Art Joystick.“ <BR /><BR />Vorteile hat dies laut Prof. Dr. Pycha jede Menge. So kann man am Bildschirm der Konsole den „Arbeitsbereich“ wie unter einer Lupe um ein Vielfaches optisch vergrößern – und das Ganze in 3D. Über einen Filter kann man „zitternde Hände“ verhindern, die Bewegungen des robotischen Assistenten am Tisch sind „zitterfrei“. Auch sind mit den Armen der Maschine Bewegungen möglich, die ein menschliches Handgelenk nicht hinbekäme. Und bei all dem sitzt der ausführende Chirurg bequem, was gerade bei längeren Eingriffen ein Vorteil ist. <BR /><BR />Doch gibt es auch Nachteile. Und da sind in erster Linie die Kosten zu nennen. „Robotisch assistiert kostet jede Operation rund 2000 Euro mehr. Und durchaus nicht jede Operation kann mit einem solchen ,Assistenten‘ besser durchgeführt werden als ohne“, so Prof. Dr. Pycha. Entsprechend gelte es, den Einsatz abzuwägen. Demo-Vorführgen verschiedener Anbieter hat es im Laufe des Jahres bereits gegeben. Auch eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema.<BR /><BR />Mit der Tagesordnung des Team K, die der Landtag vorgestern gutgeheißen hat und die die Anschaffung von 3 OP-Robotern prüft(!), rennt man zumindest in der Sanität also offene Türen ein. „Wann wir tatsächlich einen oder mehrere solcher Plattformen haben werden, ist eine politische Entscheidung“, so der Urologe. Auf Sanitätsdirektor Josef Widmann hofft: „Mein Wunsch wäre es, dass wir Anfang 2024 die ersten Patienten der Urologie robotisch unterstützt operieren können.“ Allerdings fände er es vernünftig, zunächst nur mit einem Gerät für Bozen zu starten. Und natürlich muss es dazu eine Ausschreibung geben: „Mittlerweile gibt es mehrere Firmen, man muss sehen, wer das beste Angebot macht.“