<b>Jetzt hat auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb „seinen“ OP-Roboter Da Vinci, für dessen Ankauf Sie sich seit vielen Jahren stark gemacht haben. Zufrieden?</b><BR />Dr. Armin Pycha: Ich bin erleichtert und froh, dass wir ihn haben. Aber wir haben einen gewaltigen Rückstand aufzuholen. Nur zum Vergleich: In Innsbruck hat man seit dem Jahr 2000 OP-Roboter, in Trient seit 2011. Wir können also nicht gerade behaupten, wir seien besonders fortschrittlich. Das hat uns die vergangenen Jahre für Patienten und Ärzte weniger attraktiv gemacht.<BR /><BR /><BR /><b>Über die Anschaffung wurde seit langem immer wieder geredet...</b><BR />Dr. Pycha: Die erste Zusage dafür habe ich 2006 von damaligen Gesundheitslandesrat Richard Theiner bekommen. Man hat auch drei Jahre fleißig gespart – und das Geld dann für anderes gebraucht. Seither wurde es mehrmals versprochen – jetzt ist er da – einer.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74400257_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Zu wenig?</b><BR />Dr. Pycha: In Mailand gibt es sechs in nur einer Abteilung – wir haben einen für alle.<BR /><BR /><BR /><b>Weil mit Da Vinci nicht nur die Urologie arbeiten darf?</b><BR />Dr. Pycha: Der Masseneinsatz der OP-Robotik begann damals im Bereich der Urologie. Vor zehn Jahren waren es weltweit noch 98 Prozent der roboterunterstützten Operationen urologisch. Mittlerweile sind diese Roboter nur mehr zu zwei Drittel der Zeit urologisch besetzt. Denn die Technik wird zunehmend auch von der Gynäkologie, der Gefäß- und Thoraxchirurgie , Herzchirurgie oder auch Allgemeinchirurgie genutzt. Da Vinci ist vielfältig einsetzbar.<BR /><BR /><BR /><b>Und bei uns?</b><BR />Dr. Pycha: Die ersten OPs waren urologisch, jetzt operiert auch die Gynäkologie und bald folgt die Allgemeine Chirurgie. Und laut Sanitätsbetrieb ist nach entsprechender Vorlaufzeit dann die Einbindung weiterer Fachrichtungen und Abteilungen bezirksübergreifend geplant.<BR /><BR /><BR /><b>Kann man so ohne Weiteres mit einem Roboter einfach losoperieren?</b><BR />Dr. Pycha: Keineswegs, das erfordert eine spezifische Schulung und Übung. Oft entsteht beim Wort OP-Roboter der falsche Eindruck, dieser würde selbstständig operieren. Das ist falsch: Es ist immer der Mensch, der operiert – allerdings räumlich getrennt am Bildschirm, Konsole genannt: Über eine Art Joystick gibt er die Bewegungen vor, die die Arme von Da Vinci über Seilzüge ausführen.<BR /><BR /><BR /><b>Was ist dann der Vorteil?</b><BR />Dr. Pycha: Nicht einer, viele Vorteile. So kann man am Bildschirm den „Arbeitsbereich“ um ein Vielfaches optisch vergrößern – und das Ganze in 3D. Über einen Filter kann man „zitternde Hände“ verhindern, und Da Vinci kann seine Arme um 720 Grad drehen – für ein menschliches Handgelenk unmöglich. Und bei all dem sitzt der ausführende Chirurg bequem, was gerade bei längeren Eingriffen weniger ermüdend ist. <BR /><BR /><b>Und die Nachteile?</b><BR />Dr. Pycha: Die Kosten