Für Angelucci, Trenkwalder und Rosanelli standen am Mittwoch die Garantieverhöre an. Sie zogen es vor, vorerst die Aussage zu verweigern. <BR /><BR />Rechtsanwalt Igor Janes, der Rosanelli vertritt, reagiert mit Unverständnis auf dessen Verhaftung: „Mein Mandant bekleidete nur die Stellung eines Beraters, ihn mit einer derart schwerwiegenden Vorbeugemaßnahme zu belegen, scheint mir überzogen zu sein.“ Deshalb hat Janes am Mittwoch für Rosanelli, der ins Gefängnis von Padua gebracht worden war, die Aufhebung der U-Haft hinter Gittern beantragt. Der U-Richter hat sich die Entscheidung vorbehalten. <BR /><BR />Nur Rosanelli sitzt in Padua ein, die Verdächtigen wurden – wohl um Kontakte untereinander zu verhindern – auf verschiedene Haftanstalten verteilt. Hugo Trenkwalder wurde nach Verona gebracht. Sein Verteidiger Marco Mayr pochte am Mittwoch ebenfalls auf Enthaftung. Er argumentierte u.a., dass das Fernheizwerk Leeg längst unter gerichtlicher Verwaltung stehe: Wie könne da noch potenzielle Tatwiederholungsgefahr durch seinen Mandanten bestehen? <BR /><BR />Rechtsanwalt Alberto Cunaccia, der Giulio Angelucci vertritt, wählte einen anderen Weg: Er beantragte nicht beim U-Richter die Aufhebung der Sicherungsmaßnahme, sondern hat bereits das Freiheitsgericht angerufen, darüber zu entscheiden. Angelucci sitzt in Vicenza in U-Haft.<BR /><BR /> Ob die Garantieverhöre, die für Donnerstag angesetzt sind, ebenfalls zügig über die Bühne gehen werden, weil die Beschuldigten schweigen, wird sich zeigen: Im Trienter Gefängnis wird Andreas Tappeiner angehört (vertreten von Rechtsanwalt Marco Mayr), im Bozner Gefängnis hingegen Andreas Marri (verteidigt von Rechtsanwalt Martin Fill). Für Pfingstmontag hingegen ist die Einvernahme des Generaldirektors der Landesumweltagentur, Flavio Ruffini, angesetzt. Auch gegen ihn wird ermittelt, er bekleidet aber weiterhin sein Amt. Erst nach seiner Anhörung wird U-Richter Enrico Borrelli über den Antrag der Trienter Staatsanwaltschaft befinden, ihn davon zu suspendieren. <BR /><BR />Die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft mutmaßt, dass Restasche, die durch Holzvergasung entstanden sei, als Holzkohle deklariert, bei der Herstellung von Grillbriketts und „Terra preta“- Dünger verwendet worden sei – Produkte, die dann verkauft wurden. Diese Asche müsse aber als Abfall entsorgt werden, da sie Schadstoffe enthalte, glauben die Fahnder. Ermittelt wird wegen Verdacht auf organisierte Aktivitäten für den illegalen Handel mit Abfällen (Art. 452-quaterdecies StGB). Dafür drohen bis zu sechs Jahre Haft. Durch den vorgehaltenen erschwerenden Umstand der grenzüberschreitenden Aktivität kann das Strafmaß um ein Drittel bis zur Hälfte erhöht werden.<BR /><BR />Gegen insgesamt 19 Personen wird im Rahmen der Operation „Alpenkohle“ ermittelt, gegen zwölf von ihnen wurden Haftbefehle erlassen. Die Trienter Staatsanwaltschaft hat den Vorbeugebedarf mit potenzieller Beweisverdunklungsgefahr und Tatwiederholungsgefahr begründet. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/illegaler-muellhandel-diese-19-personen-stehen-im-ermittlungsregister" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr Details dazu)</a>