Im Rahmen der Operation „Alpenkohle“ wird insgesamt gegen 19 Personen ermittelt. Ihnen wird gemeinschaftlicher, grenzüberschreitender Handel mit illegalem Müll bzw. Mittäterschaft durch Unterlassung vorgeworfen (wir haben berichtet). Auch Flavio Ruffinis Name steht im Ermittlungsregister. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Mittäterschaft durch Unterlassung vor.<BR /><BR />„Flavio Ruffini spielt in dem Fall lediglich eine Nebenrolle“, betonen die Rechtsanwälte Federico und Paolo Fava. Dass die Namen der restlichen Personen, gegen die im Zuge der Operation „Alpenkohle“ ermittelt wurde und wird, bereits 2023 ins Ermittlungsregister eingetragen wurden, sei ein klares Indiz dafür. Gegen Ruffini wird nämlich erst seit Juni 2025 ermittelt. Auch sei der Direktor der Umweltagentur nicht direkt abgehört, sondern nur Telefongespräche aufgezeichnet worden, die er mit anderen Verdächtigen, die im Zuge der Ermittlungen abgehört wurden, geführt hatte. Das ist auch in der Verteidigungsschrift, die gestern bei Borelli hinterlegt wurde, so festgehalten. Fava weist auch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück, dass Ruffini aus persönlichem Interesse gehandelt haben soll. „Er hat und hatte keinen persönlichen Bezug zu den Genossenschaften, die er begünstigt haben soll“, stellt er klar. Mittels Protokollen von E-Mails, Unterlagen und anderen schriftlichen Elementen glaubt Federico Fava, zumindest einige der Vorwürfe entkräften zu können. <BR /><BR />Derzeit ist Ruffini noch als Generaldirektor der Landesumweltagentur im Amt. Über eine mögliche Suspendierung – eine solche hatte die Staatsanwaltschaft beantragt – wird Borelli in den kommenden Tagen entscheiden. Nachdem die Verteidigung zunächst einen Antrag gegen eine generelle Suspendierung Ruffinis vom Amt gestellt hatte, wurde vor dem U-Richter gestern eine solche lediglich für den Bereich Abfall besprochen. Alle anderen Zuständigkeiten sollte Ruffini behalten dürfen, so der Antrag. Laut Fava habe sich Staatsanwältin Federica Iovene positiv zu diesem Vorschlag geäußert. <BR /><BR />Bereits heute sollte der U-Richter eine Entscheidung über eine mögliche Enthaftung von Andreas Tappeiner, Obmann der Gesellschaft Leeg, die das Fernheizwerk in Laas betreibt, Hugo Trenkwalder, Verwaltungsratsmitglied des Heizwerkes, Giulio Angelucci, Direktor des Amtes für Abfallwirtschaft, Umweltinspektor Andreas Marri sowie den Umweltberater der Leeg, Rupert Rosanelli, treffen. Sie alle sitzen bekanntermaßen nach wie vor in verschiedenen Gefängnissen in U-Haft.