Indes haben zwei weitere Verdächtige ihre Aussage verweigert, über die Enthaftungsanträge wird heute entschieden: Die aktuellsten Details zur Operation „Alpenkohle“.<BR /><BR />Der Trienter U-Richter Enrico Borrelli hatte auch gegen drei Personen in Österreich Haftbefehle ausgestellt, gegen eine weitere wird ermittelt. Diese Haftbefehle wurden allerdings nicht vollstreckt, anders als jene, die zwei bundesdeutsche Staatsbürger und fünf Südtiroler betrafen. <BR /><BR />Drei der Letzteren – Amtsdirektor Giulio Angelucci, Hugo Trenkwalder, Verwaltungsratsmitglied des beschlagnahmten Fernheizwerkes Leeg in Laas, und Rupert Rosanelli, der als Umweltberater für das Werk tätig war – hatten bei den Garantieverhören am Mittwoch die Aussage verweigert. Leeg-Obmann Andreas Tappeiner und Umweltinspektor Andreas Marri haben es ihnen gestern gleichgetan.<BR /><BR />Tappeiner sitzt in Trient in U-Haft, Marri in Bozen. Tappeiners Verteidiger Marco Mayr hat die Enthaftung seines Mandanten beantragt. Mit einer Entscheidung des U-Richters wird heute gerechnet. Rechtsanwalt Ivan Werdaner, der seinen Kollegen Martin Fill vertrat, hat für Andreas Marri vorerst keinen Antrag gestellt. Zuerst wollen sich die Verteidiger ein Bild machen, was ihren jeweiligen Mandanten im Einzelnen vorgehalten wird. Sie haben Einsicht in den ersten Teil der Ermittlungsakten erhalten. Von besonderem Interesse dürften die zahlreichen Telefonabhörungen sein. <BR /><BR />Sollte der U-Richter die Enthaftungsanträge ablehnen – die Staatsanwaltschaft hat sich dagegen ausgesprochen – dürften alle Verteidiger es jenem von Giulio Angelucci gleichtun und vors Freiheitsgericht ziehen. Bis zur Verhandlung dürften rund zehn Tage vergehen. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.<BR /><BR />Bereits jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass – sollte die Operation „Alpenkohle“ ein Strafverfahren nach sich ziehen – dieses zu einer Schlacht der Gutachter werden dürfte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Restasche, die durch Holzvergasung entstanden sei, als Holzkohle deklariert worden sei.<BR /><BR /> Die österreichische Herstellerfirma der Anlage von Laas soll allerdings eine besondere Technologie verwenden, bei der sehr wohl Holzkohle, jedoch so gut wie gar keine Asche entstehen soll.<h3> Südtirol in Negativ-Schlagzeilen geraten</h3>Wenn der Sommer naht, freuen sich viele schon aufs Grillen im Freien – die Schlagzeilen über die Ermittlung der Trienter Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft fielen zu diesem Zeitpunkt wohl besonders ins Auge. Südtirol geriet dadurch zwangsläufig in Negativ-Schlagzeilen. „Giftige Grillbriketts aus Südtirol in ganz Europa“ titelte beispielsweise die Kronen-Zeitung. In der Kleinen Zeitung hieß es unter der Dachmarke „Aus Südtirol“: „Grillbriketts aus illegalem Abfall in ganz Europa im Umlauf: Im Rahmen der Operation Carbone delle Alpi nahmen Carabinieri zwölf Verdächtige fest. Die Bande soll mit Giftasche Profit gemacht haben.“ <BR /><BR />Die Schlagzeile vom Standard lautete „Grillbriketts aus Abfall: Drei Österreicher wegen illegalen Müllhandels angezeigt“, während der ORF online vermeldete: „Der Staatsanwaltschaft von Trient ist ein Schlag gegen einen international agierenden Giftmüllring gelungen. Zentrum der illegalen Aktivitäten soll Südtirol gewesen sein.“ Doch nicht nur in Österreich wurde berichtet. So hieß es beispielsweise im Tageblatt (Luxemburg): „Kriminelle Gruppe soll giftige Asche als Grillkohle verkauft haben“.