In Österreich wurden 272 Personen ausgeforscht, gab Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt. Dabei handelt es sich bei nahezu allen Verdächtigen um Konsumenten, allerdings wurden im Zuge der Operation auch zwei Fälle von massivem Kindesmissbrauch geklärt.Laut Chefinspektor Harald Gremel vom Bundeskriminalamt (BK), das unter seiner Leitung die Ermittlungen in Österreich koordinierte, war der Ausgangspunkt der rund ein Jahr laufenden Untersuchung der Betreiber eines Root-Servers in Luxemburg. Dieser stellte fest, dass über zwei seiner Homepages weltweit große Mengen von kinderpornografischem Material verbreitet wurden, und verständigte die Behörden in seinem Land. Die beiden Kinderporno-Ermittler Luxemburgs, die für diese Operation namensgebende „Carole“ sowie „Charly“ – nach ihm war eine erst im vergangenen Dezember bekanntgewordene Operation benannt geworden -, machten sich an die Arbeit. Sie beschlagnahmten die Logfiles der betreffenden Seiten und leiteten sie an die Polizeibehörden aller involvierten Staaten weiter.272 Verdächtige in ÖsterreichIn Österreich übernahm das Bundeskriminalamt die Logfiles und forschte 272 Verdächtige in allen Bundesländern aus. Die Hausdurchsuchungen übernahmen die Landeskriminalämter und stellten Material, teilweise im Terabyte-Bereich, sicher. Die mit Abstand meisten Verdächtigen lebten in Wien mit 68, gefolgt von der Steiermark mit 44, Niederösterreich mit 40, Oberösterreich mit 35, Kärnten mit 25, Salzburg mit 20, Vorarlberg und Tirol mit jeweils 14 sowie dem Burgenland mit zwölf. Gremel zufolge kamen die Ausgeforschten aus nahezu allen Berufssparten, auch Lehrer und Kindergärtner waren darunter. Alle 272 Verdächtige sind männlich. Geistliche von Religionsgemeinschaften waren nicht betroffen.Null Toleranz für TäterInnenministerin Johanna Mikl-Leitner bezeichnete Kindesmissbrauch und Kinderpornografie als „die widerwärtigste Art der Kriminalität“. Es treffe vor allen „die Schwächsten in unserer Gesellschaft“, die „schwerste Traumatisierungen“ davontragen würden. Das Denken an solche Bilder „löst für mich als Politikerin, vor allem aber als Mutter, Horror aus“, so die Ressortchefin. Es müsse „Null Toleranz für die Täter“ geben.Es sei wichtig, so früh wie möglich, alle Bezugspersonen zu sensibilisieren. Das Internet sei ein „Tummelplatz für Pädophile“, die sich in passwortgeschützten und verschlüsselten Bereichen sicher fühlen würden. Die Täter müssten so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen werden, forderte Mikl-Leitner. Zwei Fälle von Kindesmissbrauch aufgeklärtIm Zuge der Operation „Carole“ klärte die österreichische Polizei bisher zwei Fälle von Kindesmissbrauch auf. In einem Fall hat ein 61-jähriger Salzburger die Tochter seiner Lebensgefährtin sowohl zu Hause als auch an gemeinsamen Urlaubsdestinationen wiederholt schwerst missbraucht. In einem zweiten Fall hat ein Wiener seine drei Taufkinder missbraucht. Er hat bereits gestanden, Gremel zufolge laufen die Untersuchungen noch. apa