Ihnen werden Verstöße gegen das Mancino-Gesetz vorgeworfen. Gegen zwei Personen wurde das Verfahren eingestellt. Insgesamt 16 mutmaßliche Neonazis waren im April 2008 im Rahmen der Polizeiaktion „Odessa“ festgenommen worden: Urban Lanthaler (20), Meran; Alexander Ennemoser (24), Schenna; Patrick Ennemoser (21), Schenna; Wolfgang Innerhofer (22), Schenna, weiters Christian Goller (24), Kastelruth; Martin Burger (19), Schenna; Alexander Holzner (22), Schenna; Dominik Holzner (23), Schenna; Peter Paul Holzer (23), Schenna; Alois Pircher (22), Schenna; Ivan Prantl (24), Dorf Tirol; Roland Unterthurner (28), Algund; Peter Kofler (19) Moos i. P.; Robert Ebner (24), Meran; Patrick Klotz (20), Mals; Helmut Müller (27), Algund. Weitere Personen waren auf freiem Fuß angezeigt worden. Ende April bzw. Anfang Mai wurden die Verhafteten in den Hausarrest entlassen bzw. in der Folge wieder auf freien Fuß gesetzt. Den jungen Männern wurde vorgeworfen, gegen das Mancino-Gesetz verstoßen zu haben: Sie hätten Propagandamaterial besessen und rechtes Gedankengut weiter verbreitet. Einige seien an strafrechtlich verfolgbaren Vorfällen beteiligt gewesen, in deren Zuge Menschen aufgrund ihres Anders-Seins psychisch oder physisch verletzt worden seien. Viele Beschuldigte zeigten sich geläutertBegonnen hatten Ermittlungen schon im Herbst 2007, nachdem immer wieder Übergriffe von Skinheads gemeldet worden waren. Einige Männer wurden auch verdächtigt, Kontakte zur rechtsextremen Szene in Deutschland und Österreich gehabt zu haben. Schon bei den Garantieverhören hatten sich die meisten der Beschuldigten geläutert gezeigt. In der Folge besuchte ein Großteil von ihnen die so genannte Demokratieschule, einige fuhren auch nach Mauthausen, um sich vor Ort ein Bild von den Gräueltaten der Nazizeit machen zu können. Die bei der Vorverhandlung am Dienstag zwischen Staatsanwältin Donatella Marchesini und den Verteidigern vor Richter Walter Pelino ausgehandelten Vergleiche trugen dem teilweise Rechnung. Das höchste Strafmaß – zwei Jahre bedingt – erging für Patrick und Alexander Ennemoser sowie Urban Lanthaler, die verdächtigt wurden, die Köpfe der Gruppe gewesen zu sein. 16 Personen stimmten Vergleichen von acht Monaten bis zu einem Jahr und sechs Monaten Haft zu. Das jeweilige Strafmaß für die einzelnen Personen wird von Richter Pelino am 28. April formell abgesegnet. Gegen zwei Verdächtige wurde das Verfahren eingestellt, da keine eindeutigen Zeugenaussagen über ihre Beteiligung an strafrechtlich relevanten Vorfällen vorlagen.rc