Es war gestern kurz nach Mitternacht. Der 17-Jährige tanzte neben seinem Bruder auf der Tanzfläche. Als plötzlich ein anderer Jugendlicher auf Italienisch den Bruder anschrie: ,Was schaust du so blöd‘ – und diesen wegschubste. <BR /><BR />Daraufhin wollte der 17-Jährige seinen Bruder beschützen und ging dazwischen. „Worauf ich plötzlich von der Seite von einem anderen Jugendlichen einen Faustschlag ins Gesicht bekam. Ich habe keinen der beiden je zuvor gesehen. Der Schläger dürfte ungefähr in meinem Alter sein. Vom ganzen Verhalten her waren sie aggressiv“, sagt der 17-jährige Oberschüler. <BR /><BR />Der Jugendliche erlitt eine Platzwunde an der linken Augenbraue, die stark blutete. „Ich wurde dann von der Security vors KiMM begleitet“, sagt er. Seine Kollegen hatten in der Zwischenzeit über die Landesnotrufnummer 112 sowohl Rettung als auch Sicherheitskräfte verständigt. „Unter sich haben die aggressiven Jugendlichen nicht Italienisch gesprochen, sondern eine andere Sprache“, sagt einer der Ballbesucher.<h3> Ein „erstaunliches“ Detail</h3>Der 17-Jährige wurde in die Notaufnahme des Meraner Spitals gebracht. Dort musste die Platzwunde mit 4 Stichen genäht werden. „Ob ich Anzeige erstatte, muss ich noch überlegen“, sagt er. Auch sein Bruder hatte einen Schlag auf den Kopf bekommen, der allerdings keine weitere Folgen hatte. Detail am Rande: Den beiden Brüdern, die ehrenamtlich engagiert sind,wird allseits bescheinigt, dass sie keinen Tropfen Alkohol trinken und friedfertig seien. <BR /><BR />Vor dem KiMM hatten sich mehrere Streifenwagen von Carabinieri und Polizei eingefunden. Gleichzeitig haben die Jugendlichen auch ihre Eltern verständigt. Die Jugendlichen hätten den Sicherheitsbehörden gesagt, dass der Täter noch drinnen im Ballsaal sei. Laut Eltern, die ebenfalls dort vor dem Eingang des KiMM gewartet haben, sollen die Sicherheitsbehörden einen Jugendlichen zunächst beiseite genommen haben. Die Personalien des Jugendlichen, der sich dann losgemacht und das Weite gesucht habe, hätten die Beamten trotz Aufforderung nicht aufgenommen. „Das hat uns, gelinde gesagt, erstaunt“, sagt ein Vater, der vor Ort war.<BR /><BR />Nach Angaben der Jugendlichen sei es bereits vor dieser Gewaltattacke zu 2 Auseinandersetzungen im Außenbereich gekommen sein, bei dem ein Security-Mann Pfefferspray habe einsetzen müssen.<BR /><BR />Vizebürgermeisterin Katharina Zeller, die auch vom Vorfall informiert worden war, hat sich bereits gestern mit Quästor Paolo Sartori kurzgeschlossen. Ein Problem sei, dass die Gruppe, die vor Wochen für tätliche Angriffe gesorgt hatte, mit diesem erneuten Gewaltvorfall nichts zu tun zu haben scheint. „Quästor Sartori hat nach einem Schreiben, das ich heute (gestern, Anm. d. Red.) an ihn geschickt habe, sofort reagiert. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, die Verantwortlichen zu identifizieren. Das ist die Voraussetzung, um etwas unternehmen zu können“, sagt Zeller.<BR />