Der Forscher Tom Jefferson der Cochrane-Collaboration hatte 2006 die Wirksamkeit des Medikaments bestätigt.Dadurch habe er dazu beigetragen, dass Tamiflu für Roche zum Milliardengeschäft geworden sei, heißt es in einem Bericht des Radiosenders Ö1.Jetzt bereue er aber seinen Bericht von damals. Er sei hereingelegt worden, da er einer Veröffentlichung in einem hoch angesehenen wissenschaftlichen Journal vertraut habe.Er sei zu leichtgläubig gewesen, zitiert der Sender den Wissenschaftler. Denn rund 60 Prozent der Behandlungs-Daten zu Tamiflu seien nicht veröffentlicht worden.Schon in den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Zweifel und Kritik am Grippe-Medikament gegeben.Nur der Pharmakonzern Roche kenne alle Daten, unabhängige Forscher seien nicht an die Informationen gekommen, betont Tom Jefferson. Er fordert deshalb die Veröffentlichung aller Tamiflu-Rohdaten.Zudem sei eine der Studien sicher von einem Ghostwriter gewesen, der keine medizinische Qualifikation gehabt habe, erklärte der Forscher, der bezweifelt, dass Tamiflu gegen schwerwiegende Komplikationen bei Grippe-Erkrankungen wirkt.Bei leichten Erkrankungen verkürze es die Symptome nur um einen halben Tag, so der Forscher.Laut Roche wirkt Tamiflu gegen Dauer und Schwere der Grippe, das hat das Unternehmen erneut bestätigt.Dennoch wolle der Konzern ein Beratungsgremium zur Überprüfung der Studien einsetzen, so Ö1.