Dazu ließ man Politiker, Historiker, ehemalige Südtirol-Aktivisten, Journalisten und Leute von der Straße zu Wort kommen. ORF-Journalistin Eva Maria Kaiser versuchte der Frage nachzugehen, warum die Feuernacht noch bis heute nachwirkt. Für die Pusterer Buam Siegfried Steger und Sepp Forer liege die Schuld für die Attentate gänzlich bei Italien. Weil jährlich 2000 Südtiroler das Land verlassen hätten und die Italiener immer mehr geworden seien, „haben wir Feuer gemacht“, so Steger markig. „Es ist nicht so, dass wir den Südtirol-Aktivisten die Autonomie verdanken, aber die Verhandlungen sind weitergegangen, die ohne die Aktivisten nicht so schnell weitergegangen wären oder vielleicht ins Stocken geraten wären. Ob all dies das Ganze schlechter oder besser gemacht hat, kann ich nicht sagen“, meinte Landeshauptmann Luis Durnwalder. Der Minderheitenschutz in Südtirol sei vorbildlich, aber das Zusammenleben könnte besser sein, resümierten die Befragten auf der Straße. Für den Historiker Günther Pallaver werden die Italiener im Land sogar benachteiligt. Für Elmar Thaler, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, komme hingegen nur eine Wiedervereinigung Tirols in Frage.Zur Sprache kam auch der Ortstafelstreit bzw. das Hickhack um die Beschilderung der Wanderwege. Laut Durnwalder sollen von den 8300 Tolomei-Namen sollen nur mehr 1000 zweinamig übrigbleiben. „Dolomiten“-Redakteur und Historiker Moritz Windegger erläuterte, dass der Großteil dieser erfundenen Namen kaum in Gebrauch sei. „Schwierig ist, eine akzeptable Lösung zu finden, mit der alle politischen Kräfte ihr Gesicht wahren können“, sagte der „Dolomiten“-Journalist. Ins Bild gerückt wurde auch Mussolini hoch zu Ross auf dem Finanzgebäude sowie das Faschistendenkmal, „das Rom renovieren lässt“. Windegger versuchte zu erklären, warum für viele Italiener diese faschistischen Bauwerke Identifikationspunkt sind: „Der Faschismus hat die Leute nach Bozen gebracht. Hier fanden sie eine Bleibe und gründeten ihre Existenz. Daher fußt ihre Geschichte in dieser Zeit.“Zu Wort kam auch Nordtirols Landeshauptmann Günther Platter, der von einer Doppelstaatsbürgerschaft wenig hält, aber beim Stromgeschäft wolle man mit Südtirol gemeinsame Wege gehen. „Nach der Sprengung der Strommasten vor 50 Jahren sollen die unterbrochenen Leitungen wieder verbunden werden“, so das ORF-Fazit.Zum TV-Beitrag geht es hier.