Freitag, 15. November 2019

Osttirol: 4500 Haushalte ohne Strom

Aufgrund der anhaltenden intensiven Schneefälle hat das Land Tirol am Freitag die Osttiroler Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen. Neben der Lawinengefahr müsse auch die Schneebruchgefahr beachtet werden, da Bäume und Äste aufgrund der Schneelast brechen könnten. 4500 Osttiroler Haushalte waren am Freitagabend ohne Strom.

Eine Straßensperre aufgenommen in Huben in Osttirol.
Eine Straßensperre aufgenommen in Huben in Osttirol. - Foto: © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

Noch bis Mitternacht wurden in Osttirol und am Alpenhauptkamm intensive Niederschläge erwartet. Im Lienzer Becken und im Iseltal war mit Starkregen zu rechnen. „Die Bezirkseinsatzleitung beobachtet aktuelle Entwicklungen und reagiert umgehend, sobald entsprechende Maßnahmen benötigt werden“, erklärte Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Die Hubschrauber des Bundesheeres sollen aus Sicherheitsgründen noch bis Montag in Lienz stationiert bleiben und auch der Landeshubschrauber stehe für Einsätze und Erkundungsflüge zur Verfügung.

Allen Osttiroler Schulen wurde empfohlen, geschlossen zu halten

Die Bildungsdirektion Tirol hatte am Freitag allen Schulen in Osttirol empfohlen, geschlossen zu halten. Für Osttirol und den Alpenhauptkamm wurde am Freitag Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala, also „große Gefahr“, ausgerufen. Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, riet vor jeder Skitour oder Variantenfahrt abseits der gesicherten Pisten dringend ab.

Zudem waren im Tiroler Außerfern und im Osttiroler Drautal die Bahnstrecken unterbrochen. Bäume, die infolge der Schneelast umgestürzt waren, hatten Oberleitungen und Oberleitungsmasten beschädigt. Und auch der eingesetzte Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Lienz und Innichen musste bis auf weiteres eingestellt werden.

Weitere Stromstörungen werden erwartet

Am frühen Abend waren auch erneut 4.500 Haushalte in Osttirol ohne Stromversorgung gewesen. Der weitere Verlauf sei wetterbedingt kritisch, teilte Stromversorger Tinetz mit. An diversen Störstellen könne wegen Lawinengefahr bzw. wegen zu hoher Personengefährdung nicht gearbeitet werden, hieß es. Unversorgt waren Gruben-Tauerntal, Sillian bis Anras, Villgratental und das Gailtal bis zur Landesgrenze. Die Tinetz rechnete in den Abendstunden mit weiteren Störungen, wegen des mit dem Temperaturanstieg entstehenden Nassschnees.

apa