Das frisch vermählte Paar aus Südkorea, das auf der "Costa Concordia" seine Flitterwochen verbrachte, konnte in der Nacht lebend aus einem der unteren Decks des Schiffs gerettet werden.Das Paar sei mitgenommen aber wohlauf, berichteten italienische Medien. Die Feuerwehr versuche, jede Kabine des Luxusliners zu erreichen, und habe zunächst nur aus der Entfernung mit den beiden 29-Jährigen sprechen können.Später seien Helfer jedoch in die Kabine vorgedrungen und hätten sie geborgen, hieß es.Noch viele Vermisste - Geräusche aus Brücke 3Die beiden seien wohlauf. Damit sinkt die Zahl der Vermissten auf 39.Am Tag nach dem schweren Schiffsunglück vor der Toskana suchen die Rettungsteams nach weiteren Personen, die sich im Wrack befinden könnten.Geräusche kamen aus der Brücke 3 der „Costa Concordia“, was als Hinweis gilt, dass sich noch weitere Personen im Schiff befinden könnten.Die Suchaktion gestaltet sich wegen der Position des auf der Seite liegenden Schiffes als besonders schwierig. Außerdem hätten sich die Bedingungen verschlechtert, berichteten italienische Medien.Vollständiger Untergang befürchtetDie Küstenwache befürchtet indes einen vollständigen Untergang der „Costa Concordia“.Das Kreuzfahrtschiff befinde sich derzeit an einer 30 Meter tiefen Stelle, könnte aber in tieferes Gewässer abrutschen und vollständig sinken, sagte ein Sprecher in der Nacht zum Sonntag.Inzwischen werden schwere Vorwürfe gegen Schiffskapitän Francesco Schettino erhoben, dem fahrlässige Tötung vorgeworfen wird.Der Staatsanwalt von Grosseto, Francesco Verusio, erklärte vor Journalisten, der Kapitän habe sich mit dem Luxusliner „Costa Concordia“ „sehr ungeschickt“ der Insel Giglio genähert und einen Felsen gerammt, der sich in die linke Seite des Schiffs gebohrt habe.Kapitän in HaftDadurch sei das Schiff auf die Seite gekippt, innerhalb von „zwei, drei Minuten“ sei eine riesige Menge Wasser durch den 70 bis 100 Meter langen Riss eingedrungen.Der Schiffskapitän wird außerdem verdächtigt, das Schiff verlassen zu haben, bevor alle Passagiere die „Costa Concordia“ verlassen hatten.Schettino war zuvor mehrere Stunden lang verhört worden und danach festgenommen worden. Er hatte einem italienischen Fernsehsender gesagt, die „Costa Concordia“ habe einen Felsvorsprung gerammt. Laut seinen Seekarten hätte aber genug Wasser zwischen dem Luxusliner und dem Felsen sein müssen.Bei dem Unglück vor der Westküste der Toskana kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Sie stammen laut Medien aus Frankreich und Peru.apa/dpa