Donnerstag, 08. Oktober 2015

„Pädophilie“-Sager mit Folgen: Trentiner Priester verlässt Italien

Worte, die um die Welt gingen und nicht ohne Folgen bleiben. Nach seinem Sager „Pädophilie kann ich verstehen. Homosexualität nicht“, geäußert im Interview mit einer Journalistin des TV-Senders „La7“, geht der Trentiner Priester Don Gino Flaim ins Ausland.

Don Gino Flaim: Nach seinem Pädophilie-Sager geht er ins Ausland. - Foto: Screenshot/YouTube
Don Gino Flaim: Nach seinem Pädophilie-Sager geht er ins Ausland. - Foto: Screenshot/YouTube

Wie berichtet, hatte der Priester in dem Interview verlauten lassen: „Ich kenne Kinder. Und leider suchen viele Kinder Zuneigung, weil sie die zuhause nicht bekommen. Da kann mancher Priester nachgeben. Und das verstehe ich.“ Weniger „Verständnis“ äußerte er für Homosexualität. Diese sei eine „Krankheit“, meinte der in Sterzing geborene Flaim.

Der Ämter enthoben

Das Erzbistum Trient distanzierte sich umgehend von Flaim, stellte klar, dass die geäußerten Worte keinesfalls der Haltung der Kirche entsprechen und enthob den Priester seiner Ämter. Der Mann hatte bis zu diesem Zeitpunkt in der Pfarrei San Giuseppe in Trient gewirkt.

Doch zu spät: Nationale und internationale Medien hatten das Interview bereits für sich entdeckt. „Der Priester, der Pädophilie verteidigt“, hieß es.

Ort und Dauer nicht bekannt

Wie nun bekannt wurde, zieht der Sager noch weitere Kreise: Der 75-jährige Priester wird, einem Bericht des Trentiner Online-Portals „L’Adige“ zufolge, ins Ausland gehen. Der Erzbischof selbst habe Don Gino Flaim nahegelegt, das Pfarrhaus innerhalb Freitag zu verlassen.

Don Gino Flaim habe das akzeptiert und für sich selbst entschieden, ins Ausland zu gehen – zumindest für eine Zeit lang. Ort und Dauer des Aufenthalts sind nicht bekannt.

stol

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