Der in Südtirol wohnhafte 40-Jährige soll seinen Sohn als Baby missbraucht, die Tat gefilmt und das Material im Internet verbreitet haben. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Aufnahme, auf die US-amerikanische Behörden im April 2023 im Internet gestoßen waren. Die Spur führte nach Südtirol. Bei einer Hausdurchsuchung stießen die Ermittler schließlich auf die belastenden Hinweise: Sowohl die Fliesen in der Wohnung des Verdächtigen als auch Kleidungsstücke sollen jenen auf dem Video ähnlich gewesen sein.<h3> Prozess neu aufgerollt</h3>Kurz darauf hatte die Staatsanwaltschaft im verkürzten Verfahren sechs Jahre Haft beantragt, der Strafsenat verhängte jedoch zwölf Jahre. Nachdem das Urteil in zweiter Instanz bestätigt wurde, stellte das Kassationsgericht jedoch in einem ähnlichen Fall klar, dass bei einer Anklage auf sexuelle Gewalt an einem Minderjährigen unter zehn Jahren ein Schwurgericht zuständig ist. Somit musste auch der Fall des 40-Jährigen neu verhandelt werden. Die Anklage führte der Trienter Staatsanwalt Davide Ognibene, da für Ermittlungen im Bereich Pädopornografie im Netz die Postpolizei Trient zuständig ist. <BR /><BR />Die Neuverhandlung brachte für den Angeklagten allerdings kein milderes Urteil: Das Bozner Schwurgericht verhängte erneut zwölf Jahre, daran konnten auch die von der Verteidigung angeführten Zeugen nicht rütteln. Da der Mann, der seit rund drei Jahren im Trienter Gefängnis hinter Gittern sitzt, auf eine Berufung verzichtet, wird seine Strafe nach Cartabia-Reform um ein Sechstel reduziert.