Mittwoch, 13. Januar 2016

Pakistan: Radikale Islamisten bekannten sich zu Impfzentrum-Anschlag

In Pakistan haben radikale Islamisten ihre Anschläge auf Impfstellen gegen die Kinderlähmung fortgesetzt. Zu dem jüngsten Angriff bekannten sich zwei Islamistengruppen, die pakistanischen Taliban und Jundullah, die der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen hat.

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Archivbild - Foto: © shutterstock

Ein Jundullah-Sprecher kündigte weitere Angriffe auf Impfstellen an. Die Gruppierung Tehrik-e Taliban bekannte sich auf ihrer Internetseite zu dem Anschlag.

Bei dem Angriff auf ein Poliozentrum in der Stadt Quetta kamen am Mittwoch nach Behördenangaben 15 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Polizisten. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagte der Polizeichef der Provinz Baluchistan, Ahsan Mehboob, einer Nachrichtenagentur.

Die Polizisten waren vor Ort, um die Impfhelfer zu eskortieren. Ihre Arbeit ist Teil einer Kampagne, um in der verarmten Provinz alle Kinder im Alter unter fünf Jahren gegen Polio zu impfen. Pakistan und Afghanistan sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die letzten beiden Staaten, in denen die Kinderlähmung noch gehäuft auftritt. Die radikalen Islamisten bezeichnen die Impfinitiativen als Deckmantel für westliche Spione. Zudem werfen sie den Medizinern die Verabreichung von Stoffen vor, die die Kinder unfruchtbar machen sollen.

Pakistan hatte erst zwei Tage zuvor eine Initiative zur Polio-Impfung von 2,4 Millionen Kindern unter fünf Jahren gestartet. Auf der Liste der Hochrisiko-Gebiete der nationalen Anti-Polio-Kampagne steht die vom Anschlag betroffene Provinz Balochisten an erster Stelle.

apa/dpa

stol