Sonntag, 17. Juli 2016

Pakistan: Tötungen wegen angeblich ehrenrührigem Benehmen steigen

In Pakistan wurden 2015 mehr als 1.000 Frauen und Mädchen für angeblich ehrenrühriges Benehmen getötet - also Verhalten, das vermeintlich nicht zu den gesellschaftlichen Konventionen passt.

In Pakistan steigen Tötungen wegen angeblich ehrenrührigem Benehmen. - Foto: AFP
In Pakistan steigen Tötungen wegen angeblich ehrenrührigem Benehmen. - Foto: AFP

Die Zahlen wegen Tötungen, weil sich Frauen über traditionelle Regeln oder schlicht den Willen ihrer Angehörigen hinweggesetzt haben steigen. 2013 wurden 869 solcher Morde registriert, 2010 waren es 791.

Täter wird oft verziehen

Viele weitere Morde kommen aber nie ans Licht, außerdem bleiben sie oft ungeahndet. Das zuständige pakistanische Gesetz enthält eine Klausel, die es dem Vormund des Opfers erlaubt, dem Täter zu verzeihen. Weil solche Morde zumeist innerhalb der Familie passieren, wird den Tätern häufig vergeben - und sie werden dann nicht bestraft.

Im Februar hatte die pakistanische Filmemacherin Sharmeen Obaid Chinoy für die Kurz-Dokumentation „A Girl in the River: The Price of Forgiveness“ einen Oscar gewonnen. In dem Werk erzählt sie von einer Frau in Pakistan, die zu Tode verurteilt wird, als sie sich verliebt. Der Film hatte landesweit eine Debatte ausgelöst.

Die Regierung versprach daraufhin, das Gesetz zu ändern. Bisher ist das nicht passiert.

apa/dpa

stol