Freitag, 8. April 2022

Pandemie bremste Straftäter ein

Wer nicht aus dem Haus darf, kann auch nichts – oder zumindest weniger – anstellen. Das spiegeln die Daten zu den im ersten Covid-Jahr 2020 angezeigten Straftaten wider. Die Anzahl der von den Ordnungskräften gemeldeten Delikte ist im Vergleich zu 2019 bedeutend gesunken – um 13, 7 Prozent.

Alle Arten der Diebstähle haben abgenommen. - Foto: © shutterstock

Das geht aus der jüngsten ASTAT-Erhebung hervor, die auf der Verbrechensstatistik der Ordnungskräfte fußt. Dieser zufolge wurde im Jahr 2020 in Südtirol 13.041 Straftaten bei den Gerichtsbehörden zur Anzeige gebracht, im Jahr 2019 waren es noch 15.112 Delikte.

Somit wurden 24,5 Straftaten je 1000 Einwohner angezeigt. Dieser Wert ist etwas höher als jener des Trentino (21), jedoch niedriger als der gesamtstaatliche Wert (31,7). Die begangenen Straftaten waren aber nicht nur im ersten Corona-Jahr – wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der Lockdowns, als auch potenzielle Straftäter daheim bleiben mussten – rückläufig: Während es von 2008 bis 2016 einen Aufwärtstrend bei den Anzeigen gab, hat sich die Situation dann umgekehrt, und die Anzahl der angezeigten Straftaten ist von Jahr zu Jahr gesunken.

Die häufigste Art der 2020 begangenen Straftaten waren Diebstähle (5202 Anzeigen bzw. 39,9 Prozent aller Straftaten). Doch auch ihre Anzahl ist gesunken – im Vergleich zu 2019 um fast ein Drittel (-30,4 Prozent). Alle Arten der Diebstähle haben abgenommen, speziell die Diebstähle bei Wohnungseinbrüchen (-49,5 Prozent), jene, die mit besonderer Geschicklichkeit begangen wurden (-35,4 Prozent) und Autodiebstähle (-33,7 Prozent).

Mehr Raubüberfälle

Zugenommen haben hingegen die Fälle von Raub ( um 26,6 Prozent im Vergleich zu 2019), und dabei insbesondere die Raubüberfälle auf öffentlichem Grund (+65,7 Prozent). Angestiegen ist auch die Anzahl der Computerdelikte – um 23,2 Prozent. Drogenvergehen wurden um 14,9 Prozent weniger als 2019 zur Anzeige gebracht. Die Fälle von vorsätzlicher und fahrlässiger Tötung, Mordversuch, Schlägen, Körperverletzung und Sexualverbrechen waren mit 659 Anzeigen im Vergleich zu 2019 um 19,9 Prozent rückläufig.

Ein Drittel der Anzeigen, die im Jahr 2020 von den Polizeikräften erstattet wurden, betrifft Straftaten, deren Tatverdächtige noch innerhalb desselben Jahres ermittelt werden konnten (4943 Anzeigen bzw. 37,9 Prozent aller Anzeigen). Insgesamt wurden von den Ordnungshütern 6517 Tatverdächtige angezeigt, angehalten oder festgenommen. Im Vergleich zu 2019 bedeutet dies eine leichte Abnahme um 1,7 Prozent, was vor allem auf die Diebstähle insgesamt (-19,6 Prozent) und auf die Abnahme der Fälle von vorsätzlicher Körperverletzung (-18,9 Prozent) zurückzuführen ist.

Insgesamt wurden 330 minderjährige Tatverdächtige gemeldet – das sind 5,1 Prozent aller Tatverdächtigen. Die absolute Zahl sowie der prozentuelle Anteil sind gegenüber dem Vorjahr (392 Anzeigen, 5,9 Prozent des Gesamtwertes) gesunken.

Weiters wurde erhoben, dass im Jahr 2020 insgesamt 3214 Tatverdächtige mit ausländischer Staatsbürgerschaft gemeldet wurden, das sind 49,3 Prozent aller Tatverdächtigen. Auch hier ist die Anzahl im Vergleich zum Jahr 2019 leicht rückläufig, als es noch 3331 Personen waren.

rc

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