Agca berichtete im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Donnerstag-Ausgabe), dass die Frau in der Türkei lebe.Sie sei 1983 entführt worden, weil man damit seine Freilassung erreichen wollte, so Agca. „Ich kann zu ihrer Freilassung beitragen, wenn der Vatikan und die italienische Regierung auf mich hören“, erklärte der Türke.„In der Vergangenheit habe ich öfters aus verschiedenen Gründen gelogen, aber jetzt muss ich ausschließlich die Wahrheit sagen. Kein Land, keine Institution und kein westlicher Geheimdienst sind in die Entführung verwickelt. Emanuela Orlandi wurde entführt, um mich frei zu bekommen“, sagte Agca.Er sei zu einem Treffen mit den italienischen Ermittlern bereit, die sich mit dem Fall befassen.„Ich kann garantieren, dass Emanuela nach Hause zurückkehren wird. Sie ist wohlauf, sie ist nicht misshandelt worden. Sie ist menschlich behandelt worden. Sie bleibt eine Katholikin und betet täglich. Ich hoffe, dass der vatikanische Staatssekretär Tarcisio Bertone sich um den Fall kümmern wird, um sie von der Türkei nach Italien zurückzubringen“, sagte Agca.Emanuela Orlandi ist seit Juni 1983 spurlos verschwunden. In den vergangenen Jahren hatte es teilweise abenteuerliche Spekulationen über die Hintergründe des Falles gegeben. So wurde vermutet, dass Orlandi von der türkischen Untergrundorganisation „Graue Wölfe“, der Agca angehörte, entführt worden sei, um die Befreiung des 1981 festgenommenen Papst-Attentäters zu erreichen.Offiziell liegen keine konkreten Erkenntnisse über das Schicksal der Frau vor. mit/apa