Sonntag, 05. April 2015

Papst feierte Osternacht im Petersdom

Papst Franziskus hat in der Osternacht an die Frauen erinnert, die als erste das leere Grab Jesu entdeckten. Während die männlichen Jünger im Abendmahlssaal geblieben seien, seien die Jüngerinnen am Ostermorgen zum Grab gegangen, sagte der Papst am Samstagabend im Petersdom.

Papst Franziskus in der Osternacht
Papst Franziskus in der Osternacht

Es tue gut, in der Osternacht über die Erfahrungen dieser Frauen nachdenken. Die Osterbotschaft sei nämlich keine „intellektuelle Angelegenheit“.

Franziskus forderte die Gläubigen in seiner Predigt auf, demütig zu sein, um in das „Geheimnis der Auferstehung eintreten“ zu können. Es gehe darum, „vom Sockel unseres so stolzen Ich und unserer Hochnäsigkeit herunterzusteigen“ und sich so anzuerkennen „wie wir wirklich sind: Geschöpfe mit Vorzügen und Mängeln“.

Die Jüngerinnen lehrten die Menschen zudem, „keine Angst vor der Wirklichkeit zu haben“, sich nicht in sich selbst zu verschließen, nicht vor Problemen die Augen zu schließen und sie auch nicht zu leugnen.

Osterfeuer gesegnet

Der feierliche Gottesdienst hatte in der Vorhalle des Petersdoms begonnen. Dort segnete der Papst das Osterfeuer und entzündete daran die Osterkerze, bevor die Prozession mit Kardinälen und Bischöfen durch das noch völlig dunkle Kirchenschiff bis zum Altar zog. Die Kerzen symbolisieren die Auferstehung Jesu, die von den Christen weltweit gefeiert wird.

In der Osternacht taufte und firmte der Papst wie üblich zehn Jugendliche und Erwachsene, die heuer aus Kenia, Kambodscha, Italien, Albanien und Portugal stammten. Er taufte eine 67-Jährige aus Kenia und eine 13-Jährige aus Kambodscha. Hinzu kamen vier Italiener, drei Albaner und ein Portugiese.

Am Sonntag werden Zehntausende Menschen zur großen Ostermesse auf dem Petersplatz erwartet. Im Anschluss spendet der Papst den festlichen Segen „Urbi et Orbi“ („der Stadt und dem Erdkreis“).

apa

stol