Sonntag, 01. Oktober 2017

Papst Franziskus mit Appell gegen Korruption

Papst Franziskus hat bei einem Besuch in der Adria-Stadt Cesena am Sonntag einen Appell gegen die Korruption und für eine gesunde Politik gerichtet. „Ein guter Politiker ist auch ein Märtyrer“, sagte der Heilige Vater.

Papst Franziskus warnt bei seinem Kurzbesuch in Cesena vor Korruption und spricht sich für eine gesunde Politik aus.
Papst Franziskus warnt bei seinem Kurzbesuch in Cesena vor Korruption und spricht sich für eine gesunde Politik aus. - Foto: © APA/AFP

Politik dürfe nicht im Dienst von Machtgruppen oder individueller Ambitionen stehen. Sie müsse „verantwortungsbewusst, mutig und umsichtig zugleich“ sein. Ziel der Politik sei die Integration, niemand dürfe am Rande der Gesellschaft zurück gelassen werden. Die Politik müsse auch Solidarität unter den Generationen fördern, meinte der Papst zu Beginn seines eintägigen Besuchs in Cesena und in Bologna. Dieser Besuch ist die vierte inneritalienische Reise des Papstes in diesem Jahr und die sechzehnte seit seinem Amtsantritt.

Korruption bezeichnete der Papst als eine Plage, die das Wachstum der Gesellschaft bremse. Ein guter Politiker habe ein Kreuz zu tragen. Er müsse oft auf seine eigenen Ideen verzichten, um Initiativen anderer zu unterstützen. Ein guter Politiker sei ein „Märtyrer“. Er kritisierte diejenigen, die sich politisch nicht engagieren und ständig Politiker kritisieren. „Wenn Kritik nicht konstruktiv ist, ist sie schädlich. Wer nur kritisiert, baut nichts auf“, so der Papst in seiner Ansprache auf der zentralen Piazza del Popolo in Cesena, wo tausende Menschen auf ihn warteten. Nach seiner Ansprache kam Franziskus mit Klerikern, Ordensleuten, Laienvertretern und der Diözesanleitung in der Kathedrale zusammen. Weiter sind eine Begegnung mit einigen Kranken und ein kurzer Besuch in einer Pflegeeinrichtung vorgesehen.

Danach reist der Papst nach Bologna weiter. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit Migranten, Arbeitslosen und Vertretern von genossenschaftlichen Unternehmen sowie mit Studenten und Professoren der traditionsreichen Universitätsstadt. Am Rande will er Überlebende des Bombenanschlags von 1980 grüßen, bei dem damals 85 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt wurden. Zum Abschluss feiert Franziskus eine Messe im Stadion des Fußballklubs FC Bologna.

stol