Freitag, 16. Juli 2021

Papst führt neue Normen für römischen Ritus ein

Papst Franziskus hat neue Normen zur vorkonziliaren „Alten Messe“ festgelegt, die den Bischöfen die Verantwortung für Erlaubnis, Gestaltung und Rolle dieser Messfeiern zusprechen. Sie sind in einem Erlass des Papstes festgehalten, den der Vatikan am Freitag veröffentlichte.

Papst Franziskus hat neue Normen zur vorkonziliaren „Alten Messe“ festgelegt.
Papst Franziskus hat neue Normen zur vorkonziliaren „Alten Messe“ festgelegt. - Foto: © APA/AFP/POOL / GUGLIELMO MANGIAPANE
Kern der Neuerungen ist die Rolle des Diözesanbischofs als „Hüter der Tradition“ und der Einheit in seiner Diözese, wie Radio Vatikan auf seiner Webseite berichtete.

Der am Freitag veröffentlichte Erlass von Papst Franziskus definiert die Regeln für den Gebrauch des alten Messbuches neu und bestimmt, dass dieser Ritus nur noch mit Erlaubnis des Ortsbischofs gefeiert werden kann. Der Bischof muss sicherstellen, dass in seinem Zuständigkeitsbereich präsente Gruppen, die die vorkonziliare Messe feiern, „die Gültigkeit und Legitimität der Liturgiereform, der Diktate des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramtes der Päpste nicht ausschließen“.

Der Bischof bestimme auch den Ort, an dem die „Alte Messe“ gefeiert werden könne und die jeweiligen Tage, an denen sie stattfinden darf, heißt es. Auch solle er prüfen, ob die Feier der „Alte Messe“ für das „geistliche Wachstum“ der für diese Gläubigen kanonisch errichteten Personalpfarreien tatsächlich nützlich sei und dementsprechend beibehalten werden solle oder nicht.

„Traditionis custodes – Über den Gebrauch der römischen Liturgie vor der Reform von 197“ ist der volle Titel des Motu Proprio (Apostolisches Schreiben des Papstes, Anm.), mit dem Papst Franziskus den Gebrauch des vorkonziliaren Messbuches neu definiert. Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. hatte mit seinem Schreiben „Summorum Pontificum“ („Die Sorge der Päpste“) vom 7. Juli 2007 die „Messe im außerordentlichen Ritus“ allgemein wieder zugelassen. Dieser „Außerordentliche Römische Ritus“ basiert auf dem Missale (Messbuch) von 1962.

Seit dem Erlass „Summorum Pontificum“ im Jahr 2007 kennt die katholische Kirche offiziell zwei Formen des römischen Ritus: die „ordentliche Form“ nach den liturgischen Büchern, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) herausgegeben wurden, und die „außerordentliche Form“ nach den Büchern, die 1962 gültig waren, also vor Beginn des Konzils.

apa

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