Das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken hatte seit Samstag vergangener Woche Spanien besucht. Ursprünglich sollte er mit seiner Delegation aus dem Vatikan und zahlreichen Journalisten an Bord am Abend zwischen 20 und 21 Uhr zurück in Rom sein. Wegen länger dauernder Termine hatte er am Freitagnachmittag ohnehin bereits eine Stunde Verspätung.<BR /><BR />Auch Felipe wurde wegen der Probleme mit der Papstflugzeug von seinem Rückflug mit einer Privatmaschine aufgehalten. Im Gespräch war, dass Leo ein Flugzeug des spanischen Militärs für die Heimkehr nach Rom nutzen könnte – die meisten anderen müssten dann weiter auf Teneriffa ausharren.<h3> Kapitän bittet um Verständnis</h3>Über die Art der technischen Probleme gab der Kapitän der Iberia-Maschine über das Bordmikrofon keine Auskunft. Später hieß es ohne weitere Erläuterungen, die Schwierigkeiten stünden in Zusammenhang mit verhältnismäßig starkem Wind. Nach einiger Wartezeit teilte der Kapitän auch den anderen Passagieren mit: „Ich bedauere, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Reparatur einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir bereiten uns daher darauf vor, die Passagiere aus dem Flugzeug zu bringen.“<BR /><BR />Der Papst ist auf Auslandsreisen im Unterschied zu anderen Staats- oder Regierungschefs nicht mit einem eigenen Flugzeug unterwegs, sondern nutzt in der Regel Maschinen der großen nationalen Fluglinien. Bei einem Flug von Madrid nach Barcelona hatte Leo während seines Spanien-Besuchs selbst im Cockpit sitzen dürfen. Der Rückflug von Teneriffa nach Rom – etwa 3.000 Kilometer – dauert mehr als vier Stunden.<BR /><BR />Vielfach auch Probleme mit Flugbereitschaft der Bundesregierung<BR />Bei Reisen von Politikern kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass Flugzeuge technische Probleme bereiteten. Auch deutsche Bundespräsidenten, Kanzler und Minister mussten wegen Schwierigkeiten von Maschinen der Flugbereitschaft, die dem Verteidigungsministerium untersteht, schon vielfach warten. Für Leo war es jedoch das erste Mal, dass sich seine Heimreise aus einem solchen Grund verzögerte. Normalerweise gibt der Papst auf dem Heimflug an Bord noch eine Pressekonferenz.<h3> Kritik an Schleuserbanden</h3>Zuvor hatte Leo auf den Kanaren zum wiederholten Male Schleuserbanden und andere Profiteure von Migration kritisiert. Bei einem Treffen mit Migranten und Integrationshelfern auf der Plaza del Cristo de La Laguna auf Teneriffa sagte der Pontifex: „Hört auf damit! Bekehrt euch!“ Der Appell richte sich „an diejenigen, die Todesrouten organisieren, Menschenhandel betreiben, Dokumente einbehalten, Arbeiter ausbeuten, Frauen bedrohen, Familien betrügen und das Leid anderer zum Geschäft machen“.<BR /><BR />Zum Abschluss seines Aufenthalts nahm der Papst auch Bezug auf Leistungsgesellschaft und Massentourismus, der inzwischen auch auf den Kanaren Probleme bereitet und Unmut auslöst. „Wie wichtig ist es, besonders für diejenigen, die sich am Evangelium orientieren, nicht alles auf Handel und Gewinn zu reduzieren.“