Nur etwa 300.000 sollten jedoch an der auf dem Petersplatz geplanten Messe zur Seligsprechung des polnischen Papstes teilnehmen, berichtete der römische Bürgermeister Gianni Alemanno bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Für die Seligsprechung hat die Stadt Rom ein Budget von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Über 6.000 Millionen Freiwillige werden eingesetzt, um den Pilgern Informationen über die Events zu liefern, die mit der Seligsprechung zusammenhängen.Der Zivilschutz in Rom hat einen Plan für die Aufnahme der Pilger entworfen und orientiert sich dabei an dem organisatorischen System, das 2005 für das Begräbnis von Johannes Paul II. aufgebaut worden war. Damals zog es rund drei Millionen Gläubige ins Zentrum der katholischen Christenheit. „Wir haben eine flexible Organisation aufgebaut, die je nach der effektiven Zahl der Pilger gestärkt werden kann. Wir sind bestens vorbereitet. Rom will sich in seinem schönsten Glanz zeigen“, versicherte Bürgermeister Alemanno. Um den Transport der Pilger zu gewährleisten, fahren römische U-Bahnen und Busse am Wochenende der Seligsprechung außerplanmäßig bis zwei Uhr nachts und nehmen den Verkehr nach einer zweistündigen Pause um vier Uhr früh wieder auf.Da der Petersplatz „nur“ einige Hunderttausend Menschen fassen kann, werden große Videoleinwände in den umliegenden Straßen aufgestellt, damit die Gläubigen die von Papst Benedikt XVI. vorgenommene Seligsprechung verfolgen können. Besonders aus der polnischem Heimat von Johannes Paul II. werden zahlreiche Pilger erwartet. Eintrittskarten werden nicht verteilt.Die zentralen Ereignisse der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. in Rom sind eine Gebetswache am Vorabend im Circus Maximus, die Erhebungsmesse mit Papst Benedikt XVI. am 1. Mai auf dem Petersplatz sowie ein Dankgottesdienst am Folgetag. Bei der Nachtwache tragen enge Weggefährten des neuen Seligen wie sein Privatsekretär Kardinal Stanislaw Dziwisz und sein Pressesprecher Joaquin Navarro-Valls „persönliche Zeugnisse“ vor. Auch tritt die französische Ordensschwester Marie Simon-Pierre Normand auf, die nach Anrufung des Wojtyla-Papstes auf unerklärliche Weise von ihrer Parkinson-Erkrankung geheilt wurde.In einem zweiten Teil der Vorabendfeier am Samstag betet die Gemeinde unter Leitung von Roms Kardinalvikar Agostino Vallini den von Johannes Paul II. 2002 eingeführten „Lichtreichen Rosenkranz“, der unter anderem an die Taufe Christi, die Hochzeit zu Kana oder die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor erinnert. Zu dieser Zeremonie wird Papst Benedikt XVI. per Videoschaltung aus seinem Privat-Appartement zugeschaltet. Danach sind acht große Kirchen der römischen Innenstadt die ganze Nacht für Gebete für den neuen Seligen geöffnet. apa