Le Breuil hätte sich abgeleitet vom Namen des Beckens „Conca del Breuil“, in dem die Ortschaft liegt. Die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses, den „faschistischen Ortsnamen“ Cervinia zu streichen und für den bekannten Skiort nur mehr den historischen Ortsnamen Le Breuil zu verwenden, hatte in der italienischen Öffentlichkeit viel Staub aufgewirbelt.<BR /><BR />Proteste der Einwohner, die von der Entscheidung scheinbar keine Kenntnis hatten, die Kritik vieler Politiker und die Aussicht, mit vielen Millionen Euro die weltbekannte Skidestination neu bewerben zu müssen, zwangen die Gemeinde und die autonome Region Aosta zum Zurückrudern. <BR /><BR />Der Beschluss wurde von der italienischen Tourismusministerin Daniela Santanché begrüßt. „Ich bin glücklich, dass Gemeinde und Region zurückgerudert haben. Cervinia ist ein Name, der international bekannt ist und auf den wir in Italien alle stolz sind“, erklärte die Ministerin auf der Plattform X am Freitag.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969868_image" /></div> <BR /><BR />Cervinia entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und ist heute neben Courmayeur das bekannteste Touristenzentrum im Aostatal an der Grenze zwischen Italien und Frankreich. Le Breuil ist der französische Name, der während des faschistischen Regimes in den 1930er-Jahren in Cervinia „italianisiert“ wurde.<BR /><BR />Auf Druck des ehemaligen Bürgermeisters Jean-Antoine Maquignaz, Eigentümer eines der bekanntesten Hotels der Gegend, wurde die Rückkehr zum ursprünglichen Namen beschlossen. Im April hatte der damalige Gemeinderat der Gemeinde Valtournenche, zu der die bekannte Skidestination gehört, dafür gestimmt hatte, den Doppelnamen von „Breuil-Cervinia“ in „Le Breuil“ zu ändern.<BR /><BR />Als diese Woche bekannt wurde, dass alle Straßenschilder geändert werden und sich alle Einwohner ihre Ausweise neu ausstellen lassen müssen, brach ein Sturm der Entrüstung los. Dies veranlasste die Gemeinde Valtournanche, ihren Beschluss zu überdenken.<h3> Seilbahnen bringen Tourismus</h3>Hintergrund ist auch, dass die Bürgermeisterin von Valtournenche, Elisa Cicco von der Liste „Territorio Tourismo Tradizione“ sich dem Beschluss des Gemeinderates nicht fügen wolllte. Schützenhilöfe bekam sie vom Regionalratspräsidenten des Aostatales, Renzo Testolin (Union Valdôtaine).<BR /><BR /> „Eine so drastische Änderung, die offensichtlich das Ergebnis einer Ideologie ist, kann dem Tourismus und dem Image des gesamten Aostatals nur schaden“, hatte Alberto Zucchi, Regionalkoordinator von „Fratelli d'Italia“ für das Aostatal argumentiert. <BR /><BR />Obwohl der Ort schon zu Ende des 18. Jahrhunderts von Bergsteigern auf ihrem Weg zum Matterhorn frequentiert wurde, begann die touristische Entwicklung erst mit der Errichtung der großen Seilbahnen. Dank der stark gestiegenen Anzahl an Beherbergungsbetrieben und Sportanlagen ist die Gemeinde heute ein Urlaubsort von internationalem Niveau. Das Skigebiet liegt in unvergleichlich schöner Natur, die von der mächtigen Granitpyramide des Matterhorns beherrscht wird. Das Skigebiet ist mit den Schweizer Pisten von Zermatt und Valtournanche verbunden – zusammen 350 Kilometer.<BR /><BR />In Cervinia dauert die Skisaison das ganze Jahr, da die Skilifte, die das Erreichen der Gletscher des Plateau Rosa und des Ventina ermöglichen, auch im Sommer in Betrieb sind. Die Ortschaft verfügt über einen Golfplatz mit 18 Löchern, der zu den am höchsten gelegenen in Europa zählt, eine beleuchtete Anlage zum Eis- und Rollschuhlauf, beheizte, überdachte Schwimmbäder, Tennisanlagen, eine Manege, Spiel- und Abenteuerparks, eine Anlage zum Sportangeln und Heli-Ski.<BR /><BR /><BR />