Freitag, 05. Mai 2017

Paris: Magermodels ade

Frankreich hat ein Gesetz gegen Magermodels umgesetzt. Models brauchen künftig eine Bescheinigung vom Arzt, um gefährliches Untergewicht zu verhindern.

Frankreich setzt ein Gesetz gegen Magermodels um.
Frankreich setzt ein Gesetz gegen Magermodels um. - Foto: © shutterstock

Um bei den Pariser Modeschauen oder Foto-Shootings arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist. Zentraler Faktor ist dabei der Body-Mass-Index, der das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. 

Die Bescheinigung wird in der Regel für zwei Jahre ausgestellt. Die Umsetzungsregeln treten am Samstag in Kraft.

Es drohen Gefängnis-und Geldstrafe 

Wer Models ohne Bescheinigung beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75 000 Euro Strafe.

Von Oktober an müssen Werbe-Fotos in Frankreich zudem mit einem Hinweis versehen werden, wenn die Abbildungen von Models retuschiert wurden. Ziel ist es laut einer Mitteilung des Pariser Gesundheitsministeriums, die Verbreitung von unerreichbaren Schönheitsidealen zu verhindern und der Magersucht bei Jugendlichen vorzubeugen.

Verbot auch in anderen Ländern diskutiert

Ein Verbot von Magermodels gibt es bereits in Israel. Italien einigte sich mit den Modeverbänden 2006 auf eine Grundsatzerklärung gegen Magersucht.

Auch in anderen europäischen Ländern wird das Problem immer wieder diskutiert. Oft gibt es Selbstverpflichtungen von Verbänden oder Designern, auf Mager-Models zu verzichten.

dpa

stol