Mittwoch, 11. April 2018

Parkinson: Frühe Behandlung ist ausschlaggebend

Am heutigen Mittwoch ist der internationale Parkinson-Tag. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die besonders Personen im höheren Alter betrifft. Edith Siegel und Marika Kuen von der Südtiroler Gesellschaft für Parkinson und verwandte Erkrankungen erzählen im STOL-Interview, wie sich Betroffene, aber auch Angehörige im Krankheitsfall verhalten sollen und welche Therapien wirklich Erfolg versprechen.

Am heutigen Mittwoch ist Welt-Parkinson-Tag.
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Am heutigen Mittwoch ist Welt-Parkinson-Tag. - Foto: © shutterstock

Parkinson oder „Schüttelkrankheit“ ist eine Nervenkrankheit, die meist einen eher langsamen Verlauf nimmt. Typische Anzeichen sind das sogenannte Ruhezittern und eine Muskel- und Gelenksteife. In Südtirol leiden etwa 2000 Patienten an der Krankheit, wobei es wahrscheinlich eine große Dunkelziffer gibt. 

Marika Kuen, Koordinatorin der Vereinigung Parkinson, erklärt: „ Die Krankheit ist anfangs oft nur schwer zu erkennen. Manchmal können eine leiser werdende Stimme, oder eine kleinere Schrift Anzeichen für die Krankheit sein.“ 

Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der eine kleine Gruppe von Zellen im zentralen Nervensystem - vor allem im Gehirn - abstirbt. Die meisten Patienten bemerken die Krankheit erst, wenn bereits 80 Prozent dieser Zellen abgestorben sind. 

Was kann man tun, um die Krankheit zu verzögern?

Das Parkinson-Syndrom ist in der Zwischenzeit relativ gut erforscht, es gibt hilfreiche Medikamente, die bei früher Diagnose sehr hilfreich sind. Sehr wichtig ist es, frühzeitig zum Arzt zu gehen und sich untersuchen zu lassen. Dieser kann anhand bestimmter Tests die richtige Dosis an Medikamenten verschreiben. Auch verschiedene Arten von Therapien sind sehr hilfreich. Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie zählen zu den wichtigsten. 

„Logotherapie ist besonders dann wichtig, wenn die Stimmbänder keine Kräfte mehr aufweisen und Betroffene Schwierigkeiten beim Sprechen haben“, rät Edith Siegel.  

„Durch eine effiziente Therapie und die richtige Einstellung der Medikamente können Patienten die ersten 6 bis 7 Jahre fast schmerzfrei leben. Diese Zeit nennt sich „honeymoon““, so die Koordinatorin Kuen.

Wo finden Betroffene und Angehörige Hilfe?

Edith Siegel rät Betroffenen und Angehörigen, sehr offen mit der Krankheit umzugehen: „Es ist sehr wichtig, dass Betroffene über die Krankheit sprechen und sich auch austauschen, sonst kann es passieren, dass sie an Depressionen oder an einer extremen Schwermütigkeit leiden.“ 

Die Südtiroler Gesellschaft für Parkinson schenkt den Betroffenen und den Angehörigen Zeit und Raum, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. „In unserem Verein sind um die 420 Mitglieder. Rund 50 Prozent von ihnen sind Betroffene“, erklärt Kuen gegenüber STOL. Parkinson-Erkrankte können sich in der Vereinigung Informationen und Hilfe holen, sie können sich und Angehörige von Fachpersonal beraten lassen und dann die nötigen Schritte in Zusammenarbeit mit Therapeuten und Ärzten einleiten. 

Der Verein veranstaltet zudem jährlich einen Ausflug an den Gardasee und einen Aufenthalt im Schloss Goldrain. Zudem erscheint 3 bis 4 Mal im Jahr eine Zeitung rund um die Krankheit.

„Wichtig ist aktiv zu bleiben und sich nicht hängen zu lassen“, so Kuen weiter. Insgesamt gibt es in Südtirol 9 Selbsthilfegruppen für Parkinson-Erkrankte. 

Weitere Informationen erhalten Betroffene unter www.parkinson.bz.it

stol/nad

stol