Dienstag, 11. Oktober 2016

Parma: Betrug in Milliardenhöhe

Über 2 Jahre hinweg sollen sie mit Hilfe einer Scheinfirma Unternehmer aus Norditalien um ihr Geld betrogen haben. Nun klickten für 6 mutmaßliche Betrüger die Handschellen.

Badge Local
Foto: © LaPresse

Ausgegangen waren die Ermittlungen der Finanzpolizei Parma unter dem Decknamen „König Midas“ nachdem sich mehrere Unternehmer an die dortige Staatsanwaltschaft gewandt hatten. Laut deren Aussagen, hatten sich die Unternehmer, nachdem sie durch die Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, an ein Unternehmen namens „International World Investment Loans“ (lwil) gewandt.

Dieses präsentierte sich im Internet als seriöser Vermittler von Finanzierungen mit Niederlassungen in Neuseeland, Delaware (USA), Israel, Japan, Singapur und Griechenland. Bald stellte sich jedoch heraus, dass es sich hierbei lediglich um eine Scheinfirma handelte, die sich das Vertrauen ihrer Opfer in noblen Büroräumen in Parma erschlich.

Und so funktionierte der Betrug: Den Unternehmern wurden Kredite in Millionenhöhe versprochen. Im Anschluss wurde ein Kreditvertrag unterzeichnet und die Unternehmer zur Kasse gebeten: Sie sollten im Voraus eine Vermittlungsgebühr an die Iwil zahlen. 

Am Ende stand natürlich die Enttäuschung: Nicht ein Euro wurde den Unternehmern gezahlt. Auf diese Weise sollen die Betrüger im Zeitraum von knapp 2 Jahren Kredite in der Höhe von 3 Milliarden Euro versprochen - und insgesamt über 2,2 Millionen Euro ergaunert haben.

Drahtzieher des groß angelegten Betrugsfalles soll Aldo Pietro Ferrari (72) aus Parma gewesen sein. Er wurde ebenso verhaftet wie 5 weitere mutmaßliche Betrüger. Gegen 14 andere wurde wegen Verdachts der Bandenbildung ermittelt.

Auch die Finanzpolizei von Bozen war in die Ermittlungen involviert.

em/stol

stol