Daher hat sie jetzt bei fünf Gemeinden, deren Bauern dort Nutzvieh schlachten lassen, um Hilfe angeklopft. Bisher kam der Schlachthof dank Gewinnen des E-Werks Timmels, an dem die Genossenschaft mit fünf Prozent beteiligt ist, aus eigener Kraft über die Runden. <BR /><BR />„2025 sind die Grünzertifikate ausgelaufen und uns fehlen rund 30.000 Euro. Wir brauchen einen Ausgleich von den Gemeinden“, sagt Rudolf Gögele, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Zum besseren Verständnis: Im Schlachthof in St. Martin werden pro Jahr 3.000 Stück Vieh geschlachtet. Die Schlachtungen nimmt ein selbstständiger Metzger vor und wird dafür pro Schlachtung bezahlt. Dazu kommen noch Ausgaben für Strom, Wasser, Abwasser und Instandhaltung. Der Schlachthof übernimmt zudem die Tierkadaverentsorgung.<BR /><BR />Das Ersuchen um Unterstützung geht an die Gemeinden Moos, St. Leonhard, St. Martin, Riffian und Schenna. „Wie den Gemeinden St. Leonhard, St. Martin und Moos, die mit je 15 Prozent Mitbesitzer am E-Werk Timmels sind, und der Interessentschaft Gerichtsalmen Timmels und Lazinser Alm, der 50 Prozent gehören, fehlen auch uns die Einnahmen. Bekamen wir bis 2025 22 Cent je Kilowattstunde, sind es jetzt nur mehr elf Cent“, rechnet Gögele vor.<BR /><BR />Seit 2010, seit die Genossenschaft Miteignerin des E-Werks Timmels ist, „haben wir nie Geld von den Gemeinden gebraucht. Aber im Mai 2025 sind eben die Grünzertifikate verfallen und jetzt müssen wir uns umorientieren und das erste Mal um Unterstützung anfragen“, sagt Gögele. Mit den drei Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin habe er bereits Vorgespräche geführt. Mit den anderen werde er auch Kontakt aufnehmen. „Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht“, sagt Gögele. Der Preis pro Schlachtung sei mit Jahresbeginn leicht angehoben worden, um Einnahmen zu generieren. Gögele blickt auch Richtung Land: „Wir garantieren kurze Wege, daher könnte das Land auch kleine Schlachthöfe unterstützen.“<BR /><BR />Einer, der eine Lanze für den Schlachthof bricht, ist Robert Tschöll, Bürgermeister von St. Leonhard. „Bis jetzt hat der Schlachthof gute Arbeit geleistet. Es braucht einen Schlachthof vor Ort, denn kurze Wege sind zum Wohl des Tieres. Da die Jagdreviere St. Leonhard und St. Martin dort ihre Kühlzellen haben, müssen wir auch mit ihnen reden. Wir alle zusammen müssen einen Schlüssel finden, wie wir die Aufteilung der Restkosten stemmen“, so Bürgermeister Tschöll.