Gestern hat der Lananer Amts- und Hausarzt Dr. Domenico Bossio 11 seiner 1650 eingeschriebenen Patienten krankgeschrieben, vorgestern, Mittwoch, waren es 20. „Es herrscht leider Hochsaison, das lässt sich an den Krankenständen ablesen. Ansteckungsmultiplikatoren waren Weihnachten und Silvesterfeiern“, sagt Dr. Bossio. „Patienten ,en masse‘ mit grippeähnlichen Symptomen – auch viele Kinder sind darunter“, sagt auch der Meraner Hausarzt Dr. Ernst Fop. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980257_image" /></div> „Italienweit wurden seit 20. Dezember bis heute (gestern, 4. Jänner, Anm. d. Red.) 1,44 Mio. Menschen krankgeschrieben. Rechnet man die Quote auf die rund 60 Hausärzte im Burggrafenamt hoch, dann kommen derzeit rund 1000 Krankschreibungen pro Tag zusammen“, sagt Amtsarzt <b>Dr. Domenico Bossio</b>. <BR /><BR />Vordergründig kämen derzeit Patienten mit Grippe-Symptomen in die Praxis. „Manche haben Corona und gleich anschließend die Grippe. Sie haben hohes Fieber, fühlen sich schlapp und nach der Grippe erholen sie sich nur sehr langsam. Es betrifft Klein bis Groß“, sagt der Lananer Amtsarzt. Die Festlichkeiten an Weihnachten und Silvester seien die Multiplikatoren der Infekte gewesen. „Wenn jetzt nächste Woche der Schulbetrieb wieder los geht, gehen die Infektionen weiter. Bis Ende Jänner dürfte die Grippe-Covid-Saison andauern“, prognostiziert Dr. Bossio.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980260_image" /></div> Der Meraner Hausarzt <b>Dr. Ernst Fop</b> kann seinem Lananer Kollegen nur beipflichten. „Es ist ein ,brutal‘ hohes Aufkommen an Patienten mit grippeähnlichen Symptomen. Richtig Fahrt aufgenommen hat es über Weihnachten. Ich habe 2, 3 Krankheitsbilder ausgemacht: Infektionen der oberen Atemwege, die sich auch auf die unteren ausweiten können, Patienten, die 2 bis 4 Tage sehr hohes Fieber haben, denen es dann aber wieder gut geht sowie eine Magen-Darm-Grippe mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall“, sagt Dr. Fop. Auch Gäste seien betroffen samt Kindern.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980263_image" /></div> Der Tiroler Haus- und Amtsarzt <b>Dr. Eugen Sleiter</b> war unter anderem zu Jahresende im Dienst. „Allein während des Turnusses 30., 31. Dezember hatten wir 45 Anrufe, rund 40 davon kamen dann zur Visite in die Praxis. Gemäß Abstrich weisen viele die Kombination Covid und Influenza A auf. Da klettert das Fieber auch auf 40 Grad samt Gliederschmerzen usw. Ansteckungen erfolgten über Weihnachten, mit Bussi-Bussi am Weihnachtsmarkt und wir werden wohl bis Ende Jänner daran zu laborieren haben“, so Dr. Sleiter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980266_image" /></div> Mit Medikamenten-Engpässen haben hingegen die Apotheken zu kämpfen. „Es fehlt eigentlich von allem etwas. Die Situation ist kompliziert, aber nicht so dramatisch wie vor Monaten“, sagt <b>Luca Collareta </b>von der Salus-Apotheke. Apropos Infekte: „Uns fehlt derzeit das Antibiotikum Augmentin für Kinder – Generika inklusive. Wenn ich 20 Packungen bestelle, kriege ich 5 im Monat. Ein Notstand in ganz Italien. Wenn ich Nachtdienst habe, rufe ich bereits vorher in der Pädiatrie im Spital an, auf dass sie nicht dieses Medikament verschreiben“, sagt Apotheker Collareta. Aber es fehlten zur Zeit auch lebenswichtige Medikamente in der richtigen Dosierung– beispielsweise für Epileptiker.