Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von der Staatsanwaltschaft von Foggia koordiniert und von der Ermittlungseinheit der Carabinieri in Zusammenarbeit mit der Anti-Sanitär- und Gesundheitseinheit (Nas) durchgeführt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.<BR /><BR />Die Vorwürfe, die die Ermittler gegen medizinisches Fachpersonal, Pfleger und Hilfsarbeiter erheben, wiegen schwer: Mindesten 25 Patientinnen sollen in der Psychiatrie schwer misshandelt, sexuell missbraucht und gegen ihren Willen festgehalten worden sein. Auch der Vorwurf der Strafvereitelung steht im Raum.<BR /><BR />Die Ermittlungen in der Region Apulien wurden bereits im vergangenen Sommer eingeleitet. Neben den Wohnungen der 30 Verdächtigen wurden auch die Büros und Räumlichkeiten der Gesundheitseinrichtung durchsucht. Gegen die Leitung der Psychiatrie wird nicht ermittelt, wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt.<BR /><BR />Bei den Frauen, gegen die diese Taten verübt worden sein sollen, handelt es sich um stationär aufgenommene Patientinnen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, die in der psychiatrischen Langzeitabteilung für Frauen untergebracht waren. <h3> Misshandlungen auf der Tagesordnung</h3>Die Ermittlungen ergaben ein erschreckendes Bild über die Zustände in der Psychiatrie: Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Patientinnen wurden an den Haaren und am Körper gepackt, mit Ohrfeigen und Schlägen traktiert und durch die Gänge geschleift. Zudem soll es auch zu sexuellem Missbrauch einer Frau durch einen Pfleger gekommen sein. Außerdem soll ein Mitarbeiter der Einrichtung eine Patientin zur Vergewaltigung einer anderen Frau veranlasst haben.<BR /><BR />Insgesamt werden den 30 Verdächtigen 2 Fälle von sexueller Gewalt, 19 Fälle von Misshandlung, 13 Freiheitsberaubungen und ein Fall von Strafvereitelung zur Last gelegt. Das letztgenannte Vergehen bezieht sich auf den Versuch einiger Verdächtiger, nach Wanzen und Kameras zu suchen, die von den Carabinieri in der Klinik installiert worden waren, um die Misshandlungen aufzudecken. <BR /><BR />Bei fast allen Straftaten kommt erschwerend hinzu, dass sie an schwerbehinderten Menschen begangen wurden; dass sie mit Grausamkeit begangen wurden und dass der Zustand der verminderten Verteidigungsfähigkeit der Opfer ausgenutzt wurde.<BR /><BR />7 der insgesamt 30 Verdächtigen wurden festgenommen und befinden sich nun im Gefängnis. 8 weitere Verdächtige befinden sich im Hausarrest. 15 Personen wurde der Aufenthalt in der Psychiatrie untersagt. Außerdem dürfen sie sich den Opfern der Misshandlungen nicht mehr nähern.<h3> Alle Verdächtigen suspendiert</h3>Alle 30 Verdächtigten wurden vorerst von ihrem Dienst in der Gesundheitseinrichtung suspendiert. „In begründeten Fällen werden wir auch Personen entlassen“, erklärt der Geschäftsführer von „Universo Salute“, Luca Vigilante, gegenüber Ansa.<BR /><BR />„Wir warten“, fügt er hinzu, „auf die Einzelheiten der von der Justiz in Zusammenarbeit mit unserer Verwaltung durchgeführten Ermittlungen. Diese haben sich von Anfang an auf den Schutz der Patienten konzentriert. Um die Ermittlungen zu erleichtern haben wir die Gewerkschaften und das gesamte Personal um die Genehmigung gebeten, in den Zimmern Kameras zu installieren. Diese wurde uns nur in bestimmten Bereichen erteilt, was auch allen Arbeitnehmern bekannt war“.