Paula Linter wurde am 16. März 1932 in Meran geboren. Als sie 3 Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach Staben. Eine schlechte Erinnerung hat sie an ihren dortigen Schulstart. „Die ersten Jahre gab es noch die italienische Schule“, erzählt sie. „Ich konnte kein Wort Italienisch.“ Besser wurde es, als wieder Deutsch unterrichtet wurde. „Ich bin dann gerne in die Schule gegangen.“<BR /><BR />Während die beiden jüngeren Geschwister die Handelsschule besuchen durften, war Paula Linter als Ältester dieser Weg verwehrt. Sie musste am Hof helfen und die Mutter unterstützen. Wäre sie auch gerne länger in die Schule gegangen? „Ja, ich hätte gerne eine Haushaltungsschule besucht“, sagt die 92-Jährige. „Ich hätte auch gerne einen Beruf erlernt, aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, Mama alleine zu lassen.“<BR /><BR />In jungen Jahren war Paula Linter Marketenderin bei der Musikkapelle Naturns. Da sei sie viel herumgekommen, erinnert sie sich. Auch in Wien war sie öfter, weil dort eine Tante lebte.<BR /><BR />Paula Linter war 23 Jahre alt, als sie auf einem Ball im Meraner Kurhaus ihren späteren Ehemann Luis Alber kennen lernte. Auch später tanzte sie gerne mit ihm auf Bällen. Nach 1,5 Jahren wurde geheiratet und Paula Linter zog auf den Hof in Meran, für den Luis Alber als Verwalter tätig war. Sie war Hausfrau und schenkte 2 Buben das Leben.<h3> Umzug nach Schlanders</h3>„Mein Mann war Berater beim Beratungsring. Wir sind dann nach Schlanders gezogen, weil er dort gearbeitet hat“, erzählt sie. Doch auch dieser Wohnsitz war nicht von langer Dauer. Paula Linters Mutter erkrankte und so zog die Familie nach Staben, damit sie ihre Mutter pflegen konnte. <BR /><BR />Mit ihrem Ehemann war Paula Linter viel in den Bergen unterwegs. „Mein Mann wollte immer von Hafling aus auf den Berg gehen, weil er die Berge aus seiner Kindheit kannte“, schildert sie. Im Sommer und Winter fuhr das Ehepaar mit Freunden je eine Woche ins Pustertal. Im Winter frönte Paula Linter dem Langlauf, im Sommer bestieg sie dort die Berge. Auch Norddeutschland, den Bodensee, Sizilien und andere Orte in Italien hat sie bereist. Sie war am Meer, ist aber nie geschwommen. Das hat sie nie gelernt.<BR /><BR />Ihr Leidenschaft war immer das Handarbeiten. „Ich habe so viele Teppiche geknüpft“, erinnert sich die 92-Jährige. Auch gestrickt hat sie häufig. Leider könne sie nicht mehr handarbeiten.<h3> Oma und Ur-Oma</h3>Nach dem Tod der Mutter bauten sich Paula Linter und ihr Mann ein Haus in Tschirland. Dort wohnte sie bis zu ihrem Umzug ins Seniorenwohnheim. Paula Linter ist 2-fache Oma und hat seit kurzem auch einen Urenkel. „Wir kommen nicht von den Buben weg“, schmunzelt sie.<BR /><BR />Der Tod ihres Ehemannes war ein schwerer Verlust für Paula Linter. „Mit meinem Mann ist es gut gegangen“, blickt sie zufrieden zurück. „Auch mit meinen Söhnen habe ich Glück.“<BR /><BR />Seit April 2022 wohnt sie im Seniorenwohnheim St. Zeno. Davor war sie dort in der Kurzzeitpflege. „Es ist gut im Heim, alles ist sauber und alle sind sehr nett und hilfsbereit. Es ist immer jemand da, wenn man jemanden braucht. Die Familie kann mich besuchen“, lobt Paula Linter. „Aber es ist halt nicht daheim.“<BR /><BR />Sie müsse dennoch zufrieden sein, auch dass sie gesund sei, meint die Seniorin. Mit dem Hören sei es allerdings nicht mehr so gut. „Man muss mit 92 froh sein, wenn es im Kopf stimmt“, stellt Paula Linter fest.<h3> Lesen als Hobby</h3>Die 92-Jährige vertreibt sich die Zeit mit Lesen. Fernsehen gefällt ihr weniger. Gewattet hat sie nie in ihrem Leben und das macht sie auch nicht im Heim. Sehr fleißig nimmt sie aber an den vom Seniorenwohnheim angebotenen Aktivitäten teil. Kochen und Backen machen ihr besonders Spaß. Beim Essen mag sie gerne Süßes: „Kuchen, oder zu Weihnachten Kekse und Zelten“, gesteht sie. Alkohol hat sie in ihrem Leben hingegen kaum getrunken. <BR /><BR />Wenn sie auf ihr langes Leben zurückblickt, ist Paula Linter zufrieden. „Es gab natürlich auch nicht so gute Zeiten“, sagt sie, aber das gehöre zum Leben. „Ich habe mir nicht gedacht, dass ich so alt werde.“ Aber alt zu werden, liege wohl ein bißchen in der Familie. Die älteste Schwester ihrer Mutter sei 8 Tage vor dem 100. Geburtstag gestorben, erinnert sich Paula Linter. Eine weitere Schwester ihrer Mutter wurde 102 Jahre alt.<BR />