Kurios, aber auch bedenklich: Merans Ex-Gemeinderatspräsidentin Francesca Schir wurde vorgestern ein eingeschriebener Brief mit Datum vom 7. Dezember zugesandt, in dem sie aufgefordert wird, sich vom 13. bis zum 16. März (!) 2020 in Quarantäne zu begeben. <BR /><BR /><i>von Luise Malfertheiner</i><BR /><BR />Als Schir, Vize-Chefin des Teams K, vorgestern das Einschreiben des Sanitätsbetriebs zugestellt wurde, „war ich besorgt, weil ich dachte, dass ich erneut in engem Kontakt mit einem Infizierten war, ohne etwas davon bemerkt zu haben“. <BR /><BR />Dann habe sie den Brief geöffnet und traute ihren Augen nicht. Das Schreiben mit Quarantäne-Aufforderung, protokolliert am vergangenen 1. Dezember, bezog sich auf den engen Kontakt zu Team K-Landtagsabgeordneten Paul Köllensperger (er hatte sich bekanntlich Anfang März mit dem Virus infiziert). Schir hatte ihn damals nach einem Partei-Treffen mit dem Auto nach Hause gebracht und sich nach Bekanntwerden von „Kölles“ Infektion sofort freiwillig in Quarantäne begeben. <BR /><BR /><embed id="dtext86-47025695_quote" /><BR /><BR />Detail am Rande: „Vom Sanitätsbetrieb war ich damals erst 10 Tage nach meinem Treffen mit Paul kontaktiert und für 2 Tage in Quarantäne geschickt worden. Ich bin schockiert. Da wird nach 9 Monaten ein eingeschriebener Brief für 3,60 Euro geschickt, Zeit und Papier verbraucht. Wo ist da die Dringlichkeit? Da wird Geld vergeudet, das wir in Zeiten wie diesen besser einsetzen könnten. Diese Aktion entbehrt jeder Logik“, sagt Schir.<BR /><BR />Dieses Vorkommnis wirft kein gutes Licht auf die Abläufe im Sanitätsbetrieb, zumal so ein Brief gar nicht erst hätte verschickt werden dürfen. Aber Schir verweist auch auf den Schaden an der öffentlichen Hand. „Hier wird öffentliches Geld vergeudet, das wäre eigentlich ein Fall für den Rechnungshof“, sagt Schir.