Das Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr, eine Rolle spielen dabei gleich „mehrere Faktoren“. Der wichtigste Faktor: „Wir brauchen von Jahr zu Jahr mehr Mitarbeiter, weil die Nachfrage von Seiten der Eltern steigt. Wollen wir dem mit einem erweiterten Angebot nachkommen, braucht es mehr Personal“, erklärt Ladurner. <BR /><BR />Doch der „Pool“, aus dem sich die Betreuer für die Sommerangebote fischen lassen, ist klein. „Wir brauchen die Mitarbeiter ja nur im Sommer. Also arbeiten wir überwiegend mit Maturantinnen und Studentinnen“, sagt Ladurner. Doch die, das bestätigt auch Hildegard Felder von den „Kinderfreunden“, haben nur noch selten Interesse daran, den gesamten Sommer zu arbeiten. „Wo es früher eine Person gebraucht hat, suchen wir jetzt 2, damit der gesamte Zeitraum abgedeckt ist. Das ist schlicht eine doppelte Herausforderung“, so Felder. Ihre Sozialgenossenschaft hat entsprechend heuer das Angebot erst gar nicht erhöht, sondern reduziert. „Wir haben einige Gemeinden nicht mehr angeboten“, berichtet sie. <BR /><BR />Und noch etwas erschwert die Suche: Personal wird überall händeringend gesucht, gerade im Sommer ist beispielsweise auch im Gastgewerbe viel zu finden. „Wir konkurrieren also mit allen Sommer-Jobangeboten“, folgert Ladurner. Dass da gerade Sommerbetreuungen in der Peripherie schwer zu besetzen sind, verwundert nicht. „Weite Anfahrten, mit Öffis schlecht zu erreichen, das schreckt ab“, sagt Felder. In den größeren Gemeinden gebe es hingegen wenig Probleme. <BR /><BR />Es gebe zwar auch Interesse etwa von Seiten von Kindergärtnerinnen, im Sommer die ein oder andere Woche zu arbeiten. „Das ist aber nur dann möglich, wenn diese nur einen Teilzeitvertrag haben. Mit Vollzeit dürfen sie gar nicht“, weiß Ladurner. Sie ist daher sicher: Es muss Kindergarten- und Schulpersonal erleichtert werden, bei der Sommerbetreuung zu arbeiten. „Wir brauchen hier dringend eine größere Durchlässigkeit“, findet sie. Zumal der Trend – mehr Nachfrage, weniger potenzielles Personal – sich in den kommenden Jahren aber kaum drehen werde, werde man das gesamte Konzept der Sommerbetreuung neu aufstellen müssen, so Ladurner – angefangen beim Betreuungsschlüssel. Denn für die Sommerbetreuung gilt für Kinder im Kindergartenalter: eine Betreuerin auf 6 Kinder.<BR /><BR /> Für das Grundschulalter liegt der Schlüssel bei 1:8. Im Kindergarten selber kommen 2 Personen auf 24 Kinder. „Man wird sich schon fragen müssen, ob der Schlüssel bei der Sommerbetreuung aufrecht zu erhalten ist“, sagt Ladurner. <BR /><BR />Für heuer hoffen Ladurner (info@diekinderwelt.it) und Felder (www.kinderfreunde.it), alle Teams noch voll zu bekommen. „Andernfalls werden wir im Juni einige Gruppen wohl absagen müssen“, sagt Ladurner. Ruhig schlafen ist also erst wieder drin, „wenn alle Stellen besetzt und alle Verträge unterschrieben sind“, so Felder.<BR />