Mittwochabend. Eine meterhohe schwarze Rauchsäule ragt in den Himmel über dem Sterzinger Talkessel. Die Lagerhalle des Unternehmens Mader GmbH in Sterzing wurde ein Raub der Flammen, 200 Wehrleute standen über Stunden im Einsatz. Hautnah miterlebt hat den Großeinsatz Firmeneigentümer Peter Paul Mader. Er schildert die bangen Momente. <BR /><BR /><b><div class="img-embed"><embed id="1069263_image" /></div> Wo waren Sie am Mittwochabend, als um kurz vor 18.30 Uhr der Brandalarm losging?</b><BR />Peter Paul Mader: Ich war gerade in meinem Büro in einer Besprechung mit einigen Mitarbeiten. Im ersten Moment dachte ich an einen Fehlalarm – auch weil gestern (Mittwoch, Anm. der Redaktion) ein Zertifizierungsprozess im Haus abgehalten wurde. Eine Minute später kam dann aber ein Mitarbeiter ins Büro und sagte, dass es in unserem Nebengebäude raucht. Wir sind nach unten gerannt, um zu sehen, wo es brennt. Und dann ging alles ganz schnell. <BR /><BR /><b>Was haben Sie vorgefunden?</b><BR />Mader: Das Gebäude stand innerhalb von Minuten in meterhohen Flammen, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich habe keine Erklärung dafür, ich verstehe es nicht. Ein ganz großes Dankeschön an die Freiwilligen Feuerwehren aus dem ganzen Wipptal und aus Brixen sowie an alle Einsatzkräfte vor Ort. Wären sie nicht alle so schnell zur Stelle gewesen, hätte das Ganze schlimm enden können. Gott sei Dank konnte das Hauptgebäude gerettet werden. Hier ging es um Minuten, 10 Minuten später – und alles wäre weg gewesen. <BR /><BR /><BR /><b><div class="img-embed"><embed id="1069266_image" /></div> Weiß man bereits etwas zur Brandursache?</b><BR />Mader: Heute sind die Gutachter vor Ort. Für mich gibt es im Moment keine Erklärung, wie das passieren konnte. Jetzt müssen wir die Untersuchungen abwarten, schauen, was dabei herauskommt – mehr kann ich dazu nicht sagen. <BR /><BR /><b>Die Halle wurde komplett zerstört. Wie groß war sie und wofür diente sie?</b><BR />Mader: Die Halle ist etwa 1500 Quadratmeter groß. In ihr fand die Vorfertigung statt, außerdem werden dort alle Materialien für unsere Baustellen gelagert. Gerade dieses Materiallager ist großen Schwankungen unterworfen, man muss jetzt die Lagerbuchhaltung kontrollieren und sehen, was dort tatsächlich gelagert wurde. Diese Kontrollen werden sicherlich einige Tage in Anspruch nehmen. Auf jeden Fall ist das komplette Gebäude völlig zerstört, es muss abgerissen werden und wir werden es so schnell wie möglich wieder aufbauen. <BR /><BR /><b><div class="img-embed"><embed id="1069269_image" /></div> Wie hoch schätzen Sie den durch den Brand entstandenen Sachschaden?</b><BR />Mader: Der Schaden nach dem Großbrand ist enorm, und er liegt sicherlich im einstelligen Millionenbereich.<BR /><BR /><b>Sie haben den Brand hautnah miterlebt. Was geht einem da durch den Kopf?</b><BR />Mader: 2 Dinge kann ich sagen: Ich habe schon einige Brände miterlebt, aber wenn es einen selbst so ganz direkt betrifft, ist das noch einmal eine ganz andere Welt. Von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Feuerwehr – auch wenn sie extrem schnell da war – kommen einem diese Minuten wie eine Ewigkeit vor. Das kann man sich gar nicht vorstellen – vor allem, wenn man sieht, wie schnell sich das Feuer ausbreitet, so explosionsartig. Das kann man einfach nicht glauben. <BR /><BR /><b>Wie geht es nun weiter?</b><BR />Mader: Wir hatten Glück im Unglück: Die Feuerwehr war sehr, sehr schnell da, so konnten wir das Haupthaus retten und es ist nur ein Sachschaden entstanden – der ist auch schlimm, aber er kann behoben werden. Wir müssen positiv nach vorne schauen, heute ist ein neuer Tag, und wir werden so schnell wie möglich alles wieder aufbauen. <BR /><BR /><b>Kann im Betrieb weitergearbeitet werden?</b><BR />Mader: Im Moment (gestern Vormittag, Anm. d. Red.) steht alles still, ich hoffe, dass wir am Freitag (heute) wieder starten können.