Dann erst darf der mittlerweile 44-Jährige die Gefängnismauern hinter sich lassen, wie STOL am Freitagnachmittag mitgeteilt wurde.HintergrundAm 15. Februar 1997 war der damalige Landtagsabgeordnete Christian Waldner am Reichriegler-Hof oberhalb von Bozen tot aufgefunden worden.Nur wenige Tage später klickten für Peter Paul Rainer die Handschellen. Zunächst gestand dieser die Tat, nur kurze Zeit später zog er sein Geständnis jedoch wieder zurück. Bis zum heutigen Tag erklärt sich Rainer für unschuldig.Prozess-Marathon folgt auf Mordfall Ein jahrelanger Prozess-Marathon war die Folge: Nach sechs Verfahren in verschiedenen Instanzen verurteilte das Kassationsgericht im Februar 2001 Peter Paul Rainer zu 20 Jahren und sechs Monaten Haft wegen Mordes an Waldner.Rainers Anwalt Giampiero Mattei wollte dann die Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen.Acht Jahre nach dem Tod des Landtagsabgeordneten hatten sich bei Mattei nämlich drei Personen gemeldet, welche bezeugten, Christian Waldner am 15. Februar noch lebend gesehen zu haben – als er den Ermittlungen zufolge bereits tot war.Beim ersten Anlauf klappte es mit der Wiederaufnahme nicht: Eine Sektion des Oberlandesgerichts Venedig erklärte im Frühjahr 2006 das Urteil für unumstößlich.Dagegen legte Mattei Rekurs ein, die Höchstrichter gaben ihm im Jänner 2007 Recht.Neue Zeugen laut Gericht unglaubwürdigIm November wurde vor dem Oberlandesgericht Triest zum achten Mal das Verfahren gegen Peter Paul Rainer eröffnet. 2008: Gericht fällt Urteil Im Oktober 2008 fällte das Gericht sein Urteil: Die drei neuen Zeugen seien unglaubwürdig. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die Zeugen Waldner wirklich an seinem Todestag gesehen haben.2010: Schuldspruch endgültig Im Oktober 2010 ging der Fall dann an die erste Sektion des Kassationsgerichtes. Dieses wies die Beschwerde gegen den Entscheid des Oberlandesgerichtes Triest, wonach die Entlastungszeugen unglaubwürdig seien, ab.Der Schuldspruch – 20 Jahre und sechs Monate Haft – war damit endgültig.Zu dieser Zeit befand sich Peter Paul Rainer bereits in Teilfreiheit und arbeitete in einer Bibliothek in Padua.stol