Montag, 13. Mai 2019

Peterlin: „Die Eisheiligen gibt es nicht“

Sie sind wohl eine der bekanntesten und meist zitierten Bauernregeln: Die Eisheiligen. Noch bis zur kalten Sophie am Mittwoch halten sie dem Mythos nach Südtirol in ihrem kalten Griff. Humbug, sagt Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

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Foto: © shutterstock

Zwar habe es in diesem Jahr pünktlich zu den Eisheiligen einen starken Temperaturrückgang gegeben, am Muttertag fiel mancherorts in Südtirol sogar noch Schnee (STOL hat berichtet).

Dennoch sei dies nicht ungewöhnlich, so Peterlin: „Vor Nachtfrost muss man im Mai in den tiefen Lagen (Bozen, Meran) kaum noch Angst haben. Selbst bei der Frostnacht in der vergangenen Woche ging es hier kaum unter 0 Grad und das war ohnehin die kälteste Mainacht seit 30 Jahren. Anders in den höheren Tälern wie Bruneck. Hier kommen Minusgrade auch im Mai alle paar Jahre vor, aber unabhängig von den Eisheiligen.“

Kälterückfälle unabhängig vom Tag

Nach Auswertung der langjährigen Messdaten ergebe sich zu den Eisheiligen kein nennenswerter Temperaturrückgang. 

„Fazit: Die Eisheiligen gibt es nicht, sie haben keinen (Wetter)Plan. Die Bauernregel deutet lediglich darauf hin dass es im Mai nochmals Kälterückfälle geben kann, aber unabhängig vom genauen Tag. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist in der ersten Maihälfte größer als in der zweiten, weil die Sonne im Laufe des Monats deutlich kräftiger wird“, so der Wetterexperte.

Ähnliches gelte auch für die nächste bekannte Bauernregel „Schafskälte“ Mitte Juni: „Auch da kann es nochmals kurzzeitig kalt werden, wenn auch nicht so stark und nicht so lange wie im Mai.“

stol

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