Montag, 30. März 2020

Peterlin: „Weniger Flugzeuge machen Wetterprognose schwieriger“

Die Corona Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Wettervorhersage. STOL hat bei Landesmeteorologe Dieter Peterlin nachgefragt, warum die Prognosen mehrere Tage voraus jetzt schwieriger sind.

Messdaten von Flugzeugen am 2. März (rechts) und am 23. März (links). Weniger Daten gab es letzthin vor allem über Italien.
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Messdaten von Flugzeugen am 2. März (rechts) und am 23. März (links). Weniger Daten gab es letzthin vor allem über Italien. - Foto: © ECMWF – European Centre for Medium-Range Weather Forecasts)
Ausgangspunkt einer jeden Prognose sind neben den aktuellen Messwerten von Wetterstationen am Boden vor allem auch jene an Bord von Flugzeugen. Was viele nicht wissen: Beinahe jedes Flugzeug ist mit einer Software ausgestattet, die während des Fluges aktuelle Wetterdaten erfasst.

Flugzeuge liefern besonders wertvolle Daten, die die gesamte Atmosphäre umfassen, eben auch aus den höheren Luftschichten. Daraus ergibt sich für die Meteorologen ein dreidimensionales Bild.

Prognosen werden schwieriger

Diese weltweiten Wetterdaten werden, wie Peterlin erklärt, von den verschiedenen Rechenzentren gesammelt. Südtirol etwa erhält das Produkt dieser Daten vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF – European Centre for Medium-Range Weather Forecasts) mit Sitz im britischen Reading. Anhand dieser Daten wird der Ist-Zustand mittels mathematischer und physikalischer Formeln in die Zukunft gerechnet und die Wetterprognose für etwa 10 Tage erstellt.

Das ECMWF ist eine unabhängige internationale Organisation, unterstützt von 34 Mitglieds- und Kooperationsstaaten in ganz Europa, und verfügt über das weltweit größte Archiv an numerischen Wettervorhersagedaten.

Weniger Flugzeuge, weniger Daten

Durch den aktuell deutlich geringeren Flugverkehr, gerade auch über Italien, werden weit weniger Wetterdaten erhoben und somit nimmt die Zuverlässigkeit der Vorhersagemodelle ab, vor allem, so Peterlin, wenn es um die Prognose für mehrere Tage im Voraus geht.

Kompensiert wird diese Lücke derzeit zum Teil durch andere Messdaten, die von Satelliten und Wetterballonen stammen.

vs