Mittwoch, 30. März 2016

Pfändungen in Südtirol: Mit Schulden bis zum Hals vor Gericht

Schneller als man glaubt, landet man vor dem Richter, wenn man seine Schulden nicht bezahlt. Am Bozner Landesgericht sind zwei Richter für Mobiliarvollstreckungen zuständig – Luisa Zamboni und Stefano Stoppani. Allein die Richterin hat im vergangenen Jahr für 774 Personen Pfändungen verfügt.

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Foto: © shutterstock

Man kann davon ausgehen, dass ihr Kollege Stoppani genauso viele Fälle hatte. Die Bozner Zahlen entsprechen laut Zamboni dem Trend auf gesamtstaatlicher Ebene.

„In den meisten Fällen werden Gehaltspfändungen (der technische Begriff lautet Drittpfändungen.) gemacht – Versteigerungen von mobilen Gütern lohnen sich in der Regel kaum“, sagt Richterin Zamboni.

Doch wer landet vor der Richterin? „In den seltensten Fällen sind es Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen aller Art ihre Schulden nicht bezahlen können. Die meisten sind Bürger, die einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag haben und in Miete leben. Sie halten sich gerade über Wasser, haben häufig auch noch Unterhaltspflichten. Manche leben über ihre Verhältnisse, andere stürzen auch durch kleine nicht geplante Ausgaben wie eine Zahnarztrechnung oder Mechanikerkosten in die Schuldenfalle“, sagt Luisa Zamboni.

uli

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Lesen Sie alles zu dem Thema in der Mittwoch-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol